Jetzt wollen Bürger mitreden

Lokales
Bärnau
29.09.2015
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Im Hallenbad Bärnau herrscht Ebbe. Die Stadtratsmehrheit hat beschlossen, die sanierungsbedürftige Einrichtung in dieser Saison nicht mehr aufzusperren. Aber die Wellen der Empörung schlagen hoch.

Die Hallenbad-Freunde setzen auf eine andere Lösung, notfalls auch auf einen Bürgerentscheid. Für eine baldige Wiederöffnung kämpft vor allem der Förderverein des Hallenbads. Die recht überraschende Schließung ist nicht nur ein Problem für den Schulbetrieb, für schwimmfreudige Kinder und Jugendliche. Auch viele Erwachsene jeden Alters nutzen die Einrichtung gerne - wenn auch in sinkender Anzahl. Das Defizit steigt, gleichzeitig ist der Sanierungsstau offensichtlich.

Unterschriftenaktion

"Es wird für den Förderverein keine Probleme geben, etwa 350 Unterschriften zu sammeln, damit es zu einem Bürgerentscheid kommt", ist Förderverein-Vorsitzender Markus Fichtner überzeugt. "Es haben ja jetzt schon fast doppelt so viele Bürger unterschrieben", spielt er auf die große Resonanz auf eine erste Aktion in den vergangenen Tagen an. Nach der Entscheidung des Stadtrats, in diesem Jahr nicht mehr aufzusperren, machten Unterschriftenlisten die Runde. "Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bärnau sind gegen die Schließung des Hallenbads": Dieser Aussage schlossen sich in wenigen Tagen mehr als 500 Einwohner an.

Schulen betroffen

"Wir werden aber die Fragestellung nochmals ändern, damit wir auch rechtlich auf der sicheren Seite sind", bittet Markus Fichtner die Bürger um Verständnis dafür, dass sie möglicherweise nochmals um eine Unterschrift gebeten werden. Die ersten Listen wurden bereits im Rathaus übergeben, um das Unverständnis vieler Einwohner über die Schließung zum Ausdruck zu bringen. Seit der Sondersitzung des Stadtrats am 17. September ist auch die Forderung nach einem Bürgerentscheid nicht mehr zu überhören. Nicht nur die Bärnauer Kinder, sondern auch die Schulen aus Plößberg und Mähring sind betroffen, weiß der Vorsitzende des Fördervereins. Auch habe das Bad viele Besucher aus dem Landkreis und sei für den Fremdenverkehr wichtig. Mit relativ geringen finanziellen Aufwendungen könnte ein wichtiges Hindernis für den weiteren Badebetrieb beseitigt werden, nämlich durch die Schaffung eines zweiten Rettungsweges.

Gesprächsangebot

Einen konkreten Antragstext für ein Bürgerbegehren hat der Förderverein noch nicht formuliert. Im Mittelpunkt könnte die Frage stellen, ob das Bad provisorisch so weit hergerichtet werden soll, dass eine Nutzung noch in dieser Saison möglich ist - etwa durch den Einbau der geforderten Fluchttür. Diese Investition würde notfalls der Förderverein übernehmen, wie bereits im Stadtrat angeklungen ist.

"Wir werden natürlich auch jetzt noch nicht aufgeben und versuchen, den Beschluss des Stadtrates rückgängig zu machen", betont Markus Fichtner. Um eine zufriedenstellende Lösung für die Bürger und den Förderverein zu finden, wolle er die Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden sobald wie möglich an einen Tisch bekommen. "Meine Meinung ist ganz klar. Ich will eigentlich keinen Bürgerentscheid, er verursacht nur Kosten für die Stadt und spaltet die Bürger", hofft Fichtner, dass das Gesprächsangebot angenommen wird.

Tirschenreuth geschlossen

Ein unverhofftes Argument für eine Fortführung des Badebetriebs in Bärnau könnte die Mitteilung aus dem Landratsamt sein, die am Montag alle Beteiligten überrascht hat: Das Tirschenreuther Hallenbad wird wegen akuter Mängel an der Statik nicht wie geplant aufgesperrt. Wie es dort weitergeht, ist noch völlig offen (Bericht Seite 23) . Ab Mitte Oktober sollten eigentlich kostenlose Shuttle-Busse die Badewilligen von Bärnau in ein anderes Hallenbad im Landkreis transportieren. Das hatte die Mehrheit aus CSU und JWG bei der Sondersitzung beschlossen.
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