Josef Zant "zutiefst enttäuscht"

Lokales
Bärnau
17.06.2015
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"Klare Worte" sind in den verantwortlichen Gremien oft zu hören, an Gesprächen mangelt es meist nicht. Allein Seniorenbeauftragter Josef Zant fühlt sich hier etwas übergangen. Nach drei Jahren "Funkstille" mit Bürgermeister und Stadtrat tritt Zant von seinem Posten zurück.

Dabei hat der Seniorenbeauftragte für seinen Schritt auch den "stummen" Weg gesucht. In einem Schreiben an die Stadt hat Josef Zant seine Entscheidung nebst Begründung mitgeteilt. Neben der Aufgabe des Amts des Seniorenbeauftragten legt Zant "mit sofortiger Wirkung" auch die Mitgliedschaft im Seniorenbeirat nieder. Das Schreiben hat Zant auch an die Seniorenfachstelle im Landratsamt weitergeleitet.

In seiner Rücktrittserklärung schreibt Zant: "Ich mache diesen Schritt nicht gerne, aber aufgrund der unerträglichen Situation ist dies die einzige Möglichkeit, dieser psychischen Belastung aus dem Wege zu gehen. Es war mein Ziel als Seniorenbeauftragter den älteren Bürgern im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen, die Anforderungen und Belastungen von Senioren zu bewältigen. Mein Bestreben war nicht erfolglos. Ich denke diese Arbeit auf einen guten Weg gebracht zu haben". Als Beispiele nennt Zant in dem Schreiben den Aufbau der Nachbarschaftshilfe, die Gründung eines Seniorenbeirats sowie die mehreren Seniorenausflüge im Jahr.

Nicht informiert worden

Besonders beklagt Zant, dass die Arbeit für die Senioren in Bärnau einen geringen Stellenwert genießt. "Seit Übernahme dieser Tätigkeit vor drei Jahren hat nicht ein Mitglied des Stadtrats und der Bürgermeister mit mir ein Gespräch als Seniorenbeauftragter geführt." Beiläufige Worte im Vorübergehen seien kein Gespräch", formuliert Zant in seiner Erklärung. Der Seniorenbeauftragte hatte auch erwartet, mindestens einmal im Jahr vor dem Stadtrat berichten zu können. "Das Gegenteil ist der Fall. Ich wurde über Projekte, die überwiegend Senioren betreffen, nicht informiert und bei der Planung nicht hinzugezogen. Als Beispiel nennt Zant die Errichtung eines Fußwegs zur Arztpraxis Weinrich, "eine vollkommen an den Senioren vorbei geführte Maßnahme!" Ziel sei es gewesen, den Senioren im Winter den gefährlichen Weg durch die Bahnhofstraße zu ersparen. Der neue Weg werde im Winter nicht geräumt und sei unbeleuchtet, beklagt Zant. Am Anfang befinde sich eine starke Steigung, die von vielen Senioren nicht bewältigt werden kann. Auch fehle ein Handlauf. Deshalb müssten die Senioren weiter die enge, gefährliche Bahnhofstraße benutzen, ist das Resümee des Seniorenbeauftragten. "Auch andere Fußwege, die überwiegend von Senioren benutzt werden, wurden trotz mehrmaliger Bitten von mir den ganzen Winter über nicht vom Schnee geräumt".

Keine Anerkennung

"Ich verabschiede mich als zutiefst enttäuschter, ehrenamtlich Täter aus Leidenschaft", beendet sei Zant Schreiben. In einem Nachtrag stellt er heraus, das viele Dinge ohne ehrenamtlich Tätige nicht zu bewältigen seien. Dafür wäre zumindest die Anerkennung der Stadt eine Selbstverständlichkeit. Dies gelte allerdings nicht für Bärnau. "Oder bin ich nur eine Ausnahme", fragt Zant.
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