Keine Schnellschüsse beim Bad

Südlich des Schulkomplexes wird derzeit ein Heizwerk errichtet. Künftig werden dann separate Leitung auch Turnhalle und Hallenbad versorgen. Dadurch wird es möglich, die Energiekosten genauer darzustellen. Bislang gibt es nur eine Zuleitung. Bild: ws
Lokales
Bärnau
15.10.2014
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Eine lebhafte Diskussion zum Thema Hallenbad hat Bürgermeister Alfred Stier angestoßen. Warmbadetag abschaffen oder das Dampfbad schließen waren dem Stadtrat dann doch zu hastige Schnellschüsse. Hubert Häring las übergenau aus der Vorlage sogar die Schließung des gesamten Betriebs heraus.

Dabei war der Bürgermeister nur von der aktuellen Energiesituation des Hallenbades alarmiert. Auf bis zu 15 000 Euro würden sich die monatlichen Betriebskosten rechnen. Geöffnet ist das Hallenbad meist ab Oktober bis Februar. Der letztjährige Versuch, den Betrieb auch im April fortzuführen, hätte nur wenige Besucher ins Bad gebracht. Ein dringendes Problem zeigte Stier zudem mit der Betreuung durch die Wasserwacht auf, die demnächst nicht mehr gewährleistet sei.

Und schließlich würde die Sanierung von drei der vier Zylinder des Hubbodens anstehen, Kosten insgesamt bis zu 30 000 Euro. Sparen war für den Bürgermeister deshalb angesagt, und dazu hoffte er auch auf Ideen aus den Fraktionen.

Die kamen bei der Sitzung am Donnerstag aber auf Anhieb nicht. Vielmehr waren gerade die Vertreter von SPD und Christlich Freier Wählergemeinschaft überrumpelt von den "Schnellschüssen". Doch war es zunächst Engelbert Träger aus der CSU, der Tempo aus der Entscheidung nehmen wollte. Schwimmen sei eine des besten Sportarten, stellte Träger heraus und wollte eine Entscheidung nicht übers Knie brechen. Für diese Saison dürften keine Veränderungen vorgenommen werden. Und vor Korrekturen sollte ein durchdachtes Konzept ausgearbeitet werden, empfahl der CSU-Mann.

Beträge überschaubar

Hubert Häring (CFWG) bewerte die finanzielle Belastung durch den Hallenbad-Betrieb als nicht so dramatisch. "Die Beträge sind überschaubar!" Da wäre der Stadtrat in anderen Bereichen sehr viel großzügiger. Auf keinen Fall wollte Häring eine Schließung des Bades. Dadurch würde der Ort weiter an Attraktivität verlieren.

Rudolf Schmid (CFWG) war das vorgelegte Zahlenmaterial für eine Entscheidung zu dürftig. Gottfried Beer erinnerte, dass gerade der Bau des Heizwerks auch mit der Senkung der Energiekosten für das Hallenbad begründet worden war. Hier würde an der falschen Stelle gespart, schoss Beer wieder einen Pfeil in Richtung Bürgermeister-Gehalt ab. "Es geht darum, wie wir weitermachen", wollte Stier die Initiative richtig verstanden haben. Er könne auch damit leben, "wenn alles so bleibt wie es ist". Allerdings müsse die Stadt grundsätzlich wirtschaftlich arbeiten. "Die Diskussion muss geführt werden", machte Alfred Wolf (Junge Wählergemeinschaft) deutlich. Jedoch wollte auch Wolf einen "Vertrauensschutz" für die laufende Saison und dann Gespräche an einem "runden Tisch" mit allen Beteiligten, also der Wasserwacht und dem Förderverein.

Ganz im Sinne von Alfred Stier war eine Anregung von SPD-Stadtrat Johannes Dill, beim Hallenbetrieb über die Einbindung der Kommunal GmbH nachzudenken. In der künftigen Diskussion müsse auch über den Mindestlohn nachgedacht werden, brachte der Bürgermeister mit ein.

Nur bis Ende März

In der Abstimmung monierte Häring, dass laut Beschlussvorschlag das Hallenbad geschlossen werden soll. Tatsächlich hatte die Verwaltung formuliert: Das Hallenbad soll maximal bis 31.03.2015 geöffnet bleiben (oder kürzer). Deshalb wurde der Zusatz "für die Saison 2014/15" nachgetragen. Mit 8 gegen 7 Stimmen wurde dieser Punkt angenommen. Ansonsten gibt es keine Korrekturen. In der Sitzung erklärte sich Michael Fischer von der Wasserwacht bereit, eine Aufsicht am Wochenende zu übernehmen.

Fördermöglichkeiten oder Einsparpotenziale sollen dann an einem "runden Tisch" besprochen werden.

Empfang in Turnhalle

Bei der Stadtratssitzung legte das Gremium den Sonntag, 11. Januar, als Termin für den nächsten Neujahrsempfang fest. Der könne dann gleich in der sanierten Turnhalle stattfinden, regte Marco Donhauser (JWG) an, praktisch als "Tag der offenen Tür". Vorausgesetzt der entsprechende Schutzboden für die Halle ist vorhanden. Für Unterhaltung sollen die "Grenzlandbuam" sorgen.
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