Mit Steinen auf die Reise gehen

Rainer Christoph und Kathrin Roider enthüllen den Start des historisch-geologischen Lehrpfades. Jeder Lärchenstamm enthält zwei Steine und deren Geschichten. Bild: axs
Lokales
Bärnau
29.09.2014
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Ein Stein ist ein ewiger Zeitzeuge der Menschheitsgeschichte. Deshalb bereichern jetzt 32 ganz besondere Steine den Geschichtspark. Der neue historisch-geologische Lehrpfad zeichnet den Weg einer Jahrhunderte alten kaiserlichen Landbrücke nach.

"Verbindungen bringen Menschen zusammen", erklärte Benjamin Zeitler, Leiter des Geschichtsparks Bärnau-Tachov, und meinte damit Verbindungen aller Art. Eine besondere stellt die Landbrücke Kaiser Karls IV. von Breslau bis zur Stadt Luxemburg dar, rund 1000 Kilometer lang. Ein wichtiger Teil davon wiederum ist die Goldene Straße von Nürnberg nach Prag. Diese Tatsache wurde jetzt in der Knopfstadt sichtbar gemacht.

"Wir haben die historische Situation in die Gegenwart getragen", betonte Zeitler. Und zwar in Form eines historisch-geologischen Lehrpfades. Initiator des außergewöhnlichen Projektes ist Rainer Christoph vom Förderverein Goldene Straße. Das Thema fasziniert Christoph seit dem Tag im Jahr 1989, als der Bürgermeister von Tachov an seine Tür klopfte. Der Politiker fragte den damaligen Schulleiter, welche gemeinsamen Projekte man angehen könne. Seitdem wird grenzübergreifend gearbeitet.

Steingeschichten

Und einen Höhepunkt finden die Bemühungen nun im neuen Lehrpfad, der auch durch EU-Fördermittel finanziert wurde. Konkret hat man in und um den Geschichtspark 16 massive Lärchenstämme aufgestellt. Jede dieser hölzernen Vitrinen bietet zwei Steinen Platz. Die Exponate stammen aus 32 verschiedenen Städten, die an der einstigen Landbrücke gelegen waren. Um der Geschichte Leben einzuhauchen, kann jeder felsige Zeitzeuge eine spannende Geschichte erzählen, über seine Herkunft und was er so alles erlebt hat im Verlauf der Jahrhunderte.

Zur Eröffnung am Freitag waren viele Vertreter der beteiligten Städte aus Deutschland und Tschechien gekommen. Die Architektin Kathrin Roider sprach von einer Herausforderung an die Planer, da die Holzstämme aufgrund ihres Gewichts recht kompliziert aufzustellen waren. Und auch Alfred Wolf, dritter Bürgermeister der Stadt Bärnau, erinnerte sich: "Die Arbeiten gingen oft bis in die Nacht hinein."

Brücke fehlt noch

Aber jetzt kann jeder Besucher des Geschichtsparks die historische Strecke nachvollziehen. Der Lehrpfad folgt dem Verlauf eines alten Hohlweges parallel zur Naaber Straße und führt dann weiter in den Park. Dazu fehlt allerdings noch eine Brücke. Sie soll bald gebaut werden.
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