Neuer "Baumeister" im Museum

Stabwechsel im Geschichtspark: Dr. Martin Baumeister (Zweiter von links) löst den bisherigen Projektleiter Dr. Benjamin Zeitler (Zweiter von rechts) ab. Mit auf dem Bild der Vorsitzende des Trägervereins Via Carolina, Alfred Wolf (links), und der wissenschaftliche Leiter Stefan Wolters. Bild: Grüner
Lokales
Bärnau
16.01.2015
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Die tiefen Fußstapfen, die derzeit im Geschichtspark zu sehen sind, sind aus archäologischer Sicht kein Sensationsfund. Die hat der bisherige Projektleiter Dr. Benjamin Zeitler überall im Gelände hinterlassen. Jetzt will ein Nürnberger neue treten.

Am Freitag endete Zeitlers Arbeitsverhältnis im Freilichtmuseum, am Montag beginnt er seinen neuen Job bei der Kommunikationsagentur "Heller und Partner" in der Landeshauptstadt. Der Region bleibt der promovierte Politikwissenschaftler aber weiterhin treu, verspricht er im Interview mit unserer Zeitung.

Deshalb bekleidet er auch künftig das Amt des Fraktionssprechers der "Zukunft Tirschenreuth" und bleibt Geschäftsführer seiner eigenen Unternehmen in der Region. "Der Geschichtspark läuft weiter, nur mit anderem Schwerpunkt", gibt Zeitler als Botschaft heraus. Alles sei recht schnell gegangen. Für seine Entscheidung sei unter anderem ausschlaggebend gewesen, "dass ich mit 33 Jahren nach beruflichen Perspektiven schauen musste. Wo kann ich in den kommenden 10 oder 20 Jahren stehen? Für mich sind die neuen Herausforderungen auch so etwas wie weitere Lehrjahre. Bisher habe ich immer alles selber gemacht, nach dem Motto ,Learning by doing.'

Resturlaub verschenkt

Zeitler möchte einfach neue und andere Sichtweisen kennenlernen. Die Chance dafür bot sich jetzt. "Es ist ein Angebot, zu dem man nicht Nein sagen kann." Es sei alles so schnell gegangen, dass er nicht einmal mehr seinen Resturlaub antreten konnte. "Den verschenke ich." Vorerst agiert Zeitler als Wochenendpendler. Zu seiner neuen Wirkungsstätte hatte er schon längere Zeit Kontakte. Der Aufbau und die EU-Finanzierung des Geschichtsparks seien nach vier Jahren abgeschlossen. Das Museum stehe solide da, zwar durchaus so, dass es zu kämpfen habe und sich um Erfolg bemühen müsse, aber, es lasse sich ohne schlechtes Gewissen in neue Hände übergeben.

Die gehören Dr. Martin Baumeister, der ab 1. Februar offiziell Zeitlers Nachfolger ist. Mit ihm erfolgt eine Neuausrichtung. Standen bisher ausschließlich Aufbau und umfangreiche Vernetzungsarbeit im Mittelpunkt, geht es jetzt, im zweiten Schritt, um die klassische Museumsarbeit. "Es gibt viel Neues. Das müssen auch neue Köpfe tun", sagt Zeitler. Auch so gesehen gebe es keinen besseren Zeitpunkt für eine Zäsur.

Die klassische Museumsarbeit sei zwar auch spannend, aber dafür seien Profis besser geeignet. Mit Dr. Baumeister habe man dafür den richtigen Mann gefunden. Er sei als Archäologe fachlich versiert und habe zudem auch die musealen Voraussetzungen.

"Mit einem schwer tränenden Auge" schildert der Vorsitzende des Trägervereins Via Carolina, Alfred Wolf, seine Gefühle über den Weggang seines bisherigen Projektleiters. Seit dessen Jugend habe er das Wirken von Benjamin Zeitler verfolgt und seine vielfältigen Talente erkannt. "Benjamin ist ein Macher und mit Leib und Seele auch Stiftländer. Was er über all die Jahre geleistet hat, ist schon eine Riesenhausnummer. Wir lassen ihn ungern gehen, aber uns war immer bewusst, dass das eines Tages passieren wird." Er habe sehr tiefe Fußspuren hinterlassen. "Wer so ein schwieriges Projekt, das sowohl in der Wissenschaft als auch auf der Bildungsschiene anerkannt ist, in vier Jahren in dieser Qualität aus dem Boden stampft, dem gilt großer Respekt."

Vom Verein her werde es künftig ein enges Kompetenzteam geben, das die weiteren Schritte festlegt. Es seien schon neue Projekte in den Hinterköpfen fixiert. Wolf setzt auf ständige Weiterentwicklung. "Da müssen wir künftig viel mehr in Richtung Prag und Pilsen denken, wenn wir weiterkommen wollen. Der Geschichtspark hat dabei die Vorreiterrolle und ist Schnittstelle dafür."

Museum wieder bei Stadt

Auch nach dem Personalwechsel bleibt die Tourist-Info an Ort und Stelle, das Knopfmuseum geht nach eineinhalb Jahren verwaltungstechnisch wieder zurück an die Stadt.
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