Ohne Fluchttür keine Badesaison

Lokales
Bärnau
19.09.2015
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Jahrzehnte haben die Verantwortlichen im Hallenbad kaum eine müde Mark investiert. Und die Zeichen für die Zukunft der sanierungsbedürftigen Einrichtung stehen eher auf finaler Schnitt. In dieser Badesaison jedenfalls bleiben die Pforten geschlossen.

Energie fressende Technik, bauliche Mängel, Probleme bei der künftigen personellen Betreuung, aber auch vorgeschriebene "Sofort-Investitionen", wie der Bau eines zweiten Rettungsweges - die Negativ-Liste beim Hallenbad ist lang. Und lang gestaltete sich am Donnerstag auch der Verlauf der Sondersitzung des Stadtrates. Der debattierte in der Aula der Grundschule, damit auch die vielen Zuhörer das Thema mit verfolgen konnten.

Dabei tendierte die Meinung aus dieser Schar von gut 100 Besuchern deutlich in Richtung Fortführung des Hallenbad-Betriebes. Eine Richtung, der sich auch SPD und Christliche Freie Wählergemeinschaft anschlossen. Rund 150 000 Euro errechneten Fachleute für eine Sanierung, um einige Jahre wieder über die Runden zu kommen. Außer Diskussion stand die Generalsanierung für rund vier Millionen Euro, zu der auch kaum Zuschüsse zu erwarten sind.

Bürgermeister Alfred Stier brachte als Alternative den Bustransfer von Schülern und Badegästen nach Tirschenreuth ins Gespräch. Ebenso die Schließung der Einrichtung. Aus seiner persönlichen Meinung machte er keinen Hehl: "Ich setzte nicht auf ein totes Pferd!" Dem hielt Rudolf Schmid (CFWG) entgegen: "Ich sehe eher ein krankes Pferd."

Kein Einbau vor dem Fest

Eher am Rande brachte Stier mit ein, dass eine Badesaison in diesem Jahr wohl kaum möglich sei, eben weil gesetzliche Auflagen, wie ein zweiter Rettungsweg, nicht vorhanden seien. Der könnte zwar durch eine Fluchttür geschaffen werden, betonte Architekt Florian Schabner, doch Ausschreibung und Lieferung würden wohl den Einbau vor Weihnachten nicht möglich machen.

Für die CSU wand sich Christoph Weigl um eine konkrete Aussage, sprach von einer Gesamtlösung, die gemeinsam gefunden werden müsste. Alfred Wolf (Junge Wählergemeinschaft) verdeutlichte die offene rechtliche Situation. Nach einer Pause informierte Hubert Häring (CFWG), dass der Förderverein Hallenbad den Einbau der Fluchttür übernehmen würde und somit deutlich schneller ausführen könnte. Überraschend war dann der Beschlussvorschlag von Bürgermeister Stier: Soll das Hallenbad schon zum 1. Oktober geöffnet werden? "Ja sind wir denn hier im Kasperltheater", empörte sich Gottfried Beer (SPD) angesichts dieser Entscheidung, der schon von rechtlicher Seite her nicht zugestimmt werden könnte.

Kostenloser Bustransfer

Johannes Dill (SPD) bat um die Formulierung, dass eine Öffnung nach Einbau der Fluchttür erfolgen sollte. Gegen die Mehrheit von Bürgermeister, CSU und JWG wurde dies abgelehnt. Die Abstimmung über die ursprüngliche Formulierung - Öffnung zum 1. Oktober - fand damit die unweigerliche Ablehnung. Nur Hubert Häring hielt hier dagegen.

Als zweiten Beschluss formulierte Stier, dass die Verwaltung der Stadt einen kostenlosen Bustransfer ab dem 15. Oktober organisieren soll. Zustimmung auch hier von der Mehrheit aus Stier, CSU und JWG gegen CFWG und SPD. Und schließlich sorgte diese Mehrheit auch für den dritten Beschluss: Fraktionen, Vereine und Organisationen (Schule) sollen ein Personal- und Betriebskonzept für das Hallenbad erstellen. Eine finale Entscheidung werde dann im März kommenden Jahres fallen, kündigte Stier an. "Das hat mit Demokratie nichts mehr zu tun", war die finale Meinung von Rudolf Schmid dazu.
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