Platz der Mahnung und Ruhe

Gemeindereferentin Beate Ott segnete die Gräber auf dem Paulusbrunner Friedhof. Bild: hfz
Lokales
Bärnau
08.11.2014
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Der ehemalige Stadtpfarrer Siegfried Wölfel hatte die Idee, sein Nachfolger Michael Götz setzte sie fort und der jetzige Pfarrer Johannes Hofmann bleibt der Tradition treu. Allerheiligen gehen die Bärnauer zum grenzüberschreitenden Gräbergang ins Nachbarland nach Paulusbrunn.

Es kommt wohl nicht sehr oft im Grenzgebiet zwischen Tschechien und Bayern vor, das an Allerheiligen die Gläubigen zum Gräbergang ins tschechische Nachbarland pilgern. In Bärnau ist das aber längst Tradition. Jahr für Jahr ziehen die Knopfstädter zum Friedhof nach Paulusbrunn.

Gepflegt und gehegt

Nach der Wende war vom Friedhof in Paulsbrunn, außer dem sogenannten "Böttcher-Denkmal", das im Volksmund "Noatstoa" heißt, nichts mehr übrig. Auf Veranlassung der ehemaligen Paulusbrunner wurde der Gottesacker wieder hergerichtet und ist so zu einer echten Stätte der Ruhe geworden.

Die in Bärnau lebenden ehemaligen Paulsbrunner hegen und pflegen seither den Friedhof. So wird unter anderem der Rasen regelmäßig gemäht. Zum Allerheiligenfest war alles Laub abgerecht und die Anlage rund um das alte Friedhofskreuz schön geschmückt worden. Auch vor einzelnen Grabsteinen standen Blumen und Lichter. Nicht nur Deutsche, die einst dort lebten, suchen das Areal auf, sondern auch tschechische Bürger. Dabei ergeben sich oftmals interessante Begebenheiten und Gespräche. In diesem Jahr zog Gemeindereferentin Beate Ott mit drei Ministranten und den ehemaligen Paulsubrunnern, nach dem Gräbergang in Bärnau, hinauf über die Grenze. Mit den Friedhofbesuchern betete sie für die dort ruhenden Toten und auch für die in der neuen Heimat Verstorbenen.

Sie segnete die Gräber und dankte zum Schluss allen für die Treue zu diesem Friedhof und die unentwegte Arbeit, die dort geleistet wird, um den Ort für die Nachwelt als Platz der Mahnung und auch der Ruhe und Meditation zu erhalten. Für Beate Ott war es die erste Andacht in Paulusbrunn. Sie hatte sich im Vorfeld in das Paulusbrunner Heimatbuch eingelesen, um mit ganzem Herzen dabei sein zu können.

Sie sagte, dass je öfter sie den Friedhof besuche, sie ihn immer mehr als Ort des Friedens erkenne.
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