Polizeioberkommissar Trottmann warnt vor Haustürgeschäften und Trickbetrügern
Wenige Handgriffe für Sicherheit

Mit einem Präsent bedankte sich Heidi Fichtner von der Nachbarschaftshilfe bei Polizeioberkommissar Wolfgang Trottmann für seine interessanten und informativen Ausführungen. Bild: bir
Lokales
Bärnau
11.04.2015
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Aufklärung und Information zum Thema Sicherheit beschäftigt viele Menschen. Vor allem ältere Bürger lassen sich darüber gerne aufklären. Deshalb hatte die Nachbarschaftshilfe zu dieser Thematik mit Polizeioberkommissar Wolfgang Trottmann von der Polizeiinspektion Tirschenreuth einen sachkundigen Referenten eingeladen.

Seit Jahren warnt Wolfgang Trottmann in seinen Vorträgen vor Trickbetrügereien, Haustürgeschäften und Kaffeefahrten. Eigentlich wisse darüber jeder Bescheid, aber trotzdem würden immer wieder zahlreiche Menschen auf die vielfältigen Maschen der Betrüger und Gauner hereinfallen. Viele Menschen hätten deshalb auch eine gewisse Angst in sich. Deshalb müsse man den Leuten einfach die Angst wegnehmen. Trottmann: "Die Angst nimmt die Lebensfreude, mit Angst lebt man schlecht."

Nicht einfach kaufen

Der Polizeioberkommissar konnte die Zuhörer eingangs etwas beruhigen. Denn statistisch gesehen sind gerade Senioren weniger häufige Opfer von Straftätern als wegen ihres Anteils an der Bevölkerung zu erwarten wäre. Gerade bei den "Kaffeefahrten" gehe es den Veranstaltern ausschließlich um das Geld. Man sollte deshalb zuerst überlegen, ob man etwas braucht. Nicht einfach kaufen. Vorsichtig sein sollte man auch bei Haustürgeschäften und keinesfalls auf die Mitleidstour von Zeitschriftenwerbern hereinfallen. "Nie unter Zeitdruck unterschreiben, eine Unterschrift ist keine reine Formsache. Sie besiegeln gültige Verträge."

Trottmann warnte auch vor Trickbetrügern, die eine amtliche Funktion vortäuschen, zum Beispiel mit gefälschten Ausweisen. Diebe gäben sich manchmal als Polizisten, Mitarbeiter von Kirche oder Sozialamt, Stromversorgern oder Telefongesellschaften usw. aus. Ein kurzer Anruf bei der Polizei, über die Rechtmäßigkeit angeblicher Polizisten oder bei den entsprechenden Behörden und Firmen könne hier für Klarheit sorgen. Wichtig sei vor allem: "Niemals fremde Personen in die Wohnung lassen, eine Schließkette kann hier wahre Wunder wirken." Auch die Sicherheit rund um das eigene Haus war ein Thema an diesem Abend. Vor allem die Einbrüche hätten deutlich zugenommen, auch tagsüber. Wolfgang Trottmann machte deutlich, dass ein gekipptes Fenster für mögliche Täter ein offenes Fenster ist. Helfen können hier absperrbare Fenstergriffe. Oft, so der Polizeibeamte, könne durch wenige Handgriffe eine größere Sicherheit erreicht werden. Hier würden die Spezialisten der Polizei den Hausbesitzern gerne behilflich sein und sie auch vor Ort beraten. Deshalb einfach bei der Polizei anrufen und einen Termin vereinbaren.

Oft komme es auch vor, dass als Handwerker getarnte Betrüger auftreten und Arbeiten anbieten, um sich dann nach dem Abkassieren des Vorschusses aus dem Staub machen. "Hände weg" auch von diversen Gewinnmitteilungen. Auch hier stünden nur die Vorteile der Anbieter im Mittelpunkt.

Kriminelle der Neuzeit

Trottmann wies auch darauf hin, dass die "Kriminellen der Neuzeit" ihre Opfer vermehrt über Computer und Telefon "abzocken".
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