Stadtrat stimmt für Fortführung der Tourist-Info - Uneinigkeit über Budget
Fortführung mit Kompromiss

Seit April vergangenen Jahres findet sich die Tourist-Information der Knopfstadt im Verwaltungsgebäude am Geschichtspark. Nach den Vorstellungen der knappen Mehrheit im Stadtrat soll das die nächsten drei Jahre so bleiben. Allerdings wollte das Gremium den Budgetvorstellungen des Vereins Via Carolina nicht folgen. Bild: hfz
Lokales
Bärnau
17.12.2014
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Mit einer knappen Mehrheit war der Stadtrat für die Fortführung der Tourist-Info durch den Verein Via Carolina. Ob der zu den neuen Konditionen dazu bereit ist, steht aber noch nicht fest.

Einmal mehr hart debattiert wurde im Stadtrat über die Verlängerung der Auslagerung der Tourist-Info an den Verein Via Carolina. Stadtrat Hubert Häring (Christlich Freie Wählergemeinschaft) wollte in diesem Zusammenhang genau wissen, wer und wann für das Touristinfo arbeitet und welche detaillierten Auflagen der Vertrag beinhalte. Häring: "Wenn ich schon auslagere, muss ich den Umfang genau wissen". Zudem wollte der CFWG-Rat vom Vorsitzenden des Vereins Via Carolina, Alfred Wolf, wissen, ob der Verein auch Schulden habe. Recht deutlich formulierte Wolf seine Antwort: "Das geht dich nichts an".

CSU-Stadtrat Roland Heldwein hingegen sah bei der Auslagerung der Tourist-Infos keinerlei Probleme, zu hoch schienen ihm aber die jährlichen Kosten von 25 400 Euro, plus 7500 Euro für das Marketingbudget zu sein. Zumal das Knopfmuseum ausgegliedert werden solle. Rudolf Schmid (CFWG) hingegen forderte, "die Tourist-Info muss bei der Stadt sein. Wir lehnen diesen Vertrag ab". Auch Gottfried Beer (SPD) verwies darauf, dass die Tourist-Info eine städtische Aufgabe sei. Beer hatte nichts dagegen, wenn der Geschichtspark mit einbezogen werde, aber man dürfe nicht alles von der Stadt weg verlagern. Ein neuer Vertrag sei eine einmalige Chancen, dass alles wieder zur Stadt komme.

Ein Netzwerker

3. Bürgermeister Alfred Wolf (Junge Wählergemeinschaft) brach eine Lanze für Dr. Benjamin Zeitler, der und dessen Arbeit es nicht verdient habe, in Frage gestellt zu werden. "Er leistet eine Wahnsinnsarbeit. Man muss ihm und seinem Team Respekt für die Arbeit zollen", so Wolf. Beispielgebend nannte Wolf das "Anzapfen" von Fördermitteln und die Erstellung der neuen Flyer. Zeitler sei ein Netzwerker durch und durch. "Wir wollen uns weiter entwickeln, es geht um den grenzüberschreitenden Tourismus", verdeutlichte Wolf.

Bürgermeister Alfred Stier verwies darauf, dass der Verein Via Carolina in den vergangenen eineinhalb Jahren sehr erfolgreich gearbeitet habe. Deshalb sollte man das Angebot, die Tourist-Info weiterhin zu übernehmen, annehmen. Er schlug einen Kompromiss vor, dass der Dienstleistungvertrag ab dem 1. Januar 2015, basierend auf dem ersten Vertrag vom 17. April 2013 fortgesetzt werde. Als jährliche Kosten schlug Stier 24 500 Euro (bisher 21 200 Euro) vor, zudem 5000 Euro für den Marketingbereich.

Laufzeit drei Jahre

Mehrheitlich, mit 9:7, stimmten die Stadträte diesen Kompromissvorschlag zu. Der Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren, bis zum 31. Dezember 2017. Allerdings muss auch der Verein Via Carolina diesen Konditionen zustimmen. In einer Sondersitzung des Stadtrats Anfang des Monats (wir berichteten) hatte Zeitler noch ein höheres Budget gefordert. Mit einer Gegenstimme (Gottfried Beer) wurde beschlossen, dass die von der Unteren Naturschutzbehörde vorgeschlagene Umgriffsfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet des Naturparks "Nördlicher Oberpfälzer Wald" herausgenommen wird. Der Rückzug eines Investors, der im Ortsteil Silberhütte ein Baumhaushotel errichten wollte, habe jedoch mit dieser Maßnahme nichts zu tun. In seinem Bericht als Bürgermeister ging Alfred Stier unter anderem darauf ein, dass vergangenen Woche die ersten Asylbewerber, vier Syrer, eine Ukrainerin und ein Iraker in Bärnau eingetroffen seien. Eine kleine Abordnung habe die Gäste willkommen geheißen. Untergebracht seien sie in einem Haus am Gaisberg. Stier verwies darauf, dass die Möglichkeit bestehe, dass sich diese neuen Mitbürger im sozialen Bereich engagieren könnten.

Glückwünsche

Glückwünsche zollte der Bürgermeister dann Stadtrat Hubert Häring, der jüngst seinen 60. Geburtstag feiern konnte. Stier: "Trotz so mancher Meinungsverschiedenheiten hoffe ich weiterhin auf eine fruchtbare Zusammenarbeit". Die nächste Stadtratssitzung ist am 15. Januar.
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