Tatsachen kontra Vorwürfe

Es hat immer Kontakte gegeben.
Lokales
Bärnau
18.06.2015
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"Das ist schlicht nicht richtig", kommentiert Bürgermeister Alfred Stier die Vorwürfe von Ex-Seniorenbeauftragten Josef Zant. Der hatte in einer Rücktrittserklärung angekreidet, dass schon drei Jahre keine Gespräche mehr stattgefunden haben. "Dabei war er bis Mai 2014 noch im Stadtrat", hält Stier mit Tatsachen dagegen.

Zu der schriftlichen Rücktrittserklärung, die Zant auch öffentlich gemacht hat (wir berichteten), hat der Bärnauer Bürgermeister eigene Vorstellung. Auf NT-Nachfrage verwies Stier darauf, dass Josef Zant doch bis ins vergangene Jahr noch reguläres Mitglied im Stadtratsgremium war. Allein über diese Schiene seien jederzeit Gespräche möglich gewesen. Denn im Stadtrat hatte Zant seinerzeit den Posten des stellvertretenden Seniorenbeauftragten ausgeübt, zur Unterstützung von Hubert Häring. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr war Zant das Stadtratsmandat nicht mehr übertragen worden, damit hätte er auch das Amt des Stellvertreters verloren, erinnert Stier. Um auch einen "Externen" mit in diese Arbeit einzubinden, hätte er selbst, so Stier, sich im Mai 2014 für Josef Zant als Seniorenbeauftragten eingesetzt. Im Stadtrat selbst ist Engelbert Träger nun Stellvertreter.

Harmonisches Miteinander

"Und auch seit der Neureglung 2014 hat es immer Kontakte gegeben", bestreitet Stier die Vorwürfe. "Es stimmt nicht, dass es keine Gespräche gegeben hat", beteuert das Stadtoberhaupt und weist diese Anschuldigung weit von sich. "Das zu wenig geredet wird, kann gerade bei mir nicht behauptet werden!" Die harsche Rücktrittserklärung ist für den Bürgermeister deshalb unhaltbar: Es war eigentlich eine harmonische Zusammenarbeit schildert er das Verhältnis mit den Seniorenbeauftragten.

Nicht nachvollziehen kann Stier auch die Ausgrenzung bei der Planungen des Fußwegs zur Arztpraxis. Noch als Stadtrat hätte Zant das Projekt gekannt - und auch mit beschlossen. Zum Vorwurf, dass der Weg im Winter nicht geräumt werde, kann der Bürgermeister ebenfalls nur den Kopf schütteln. "Natürlich wird geräumt, nur einmal war die Maschine kaputt". Und dass nur eine eingeschränkte Nutzung möglich sei, kann Stier sogar mit Aussagen von älteren Bürgern widerlegen. "Der Weg wird sogar von Senioren mit dem Rollator befahren!" So richtig in Fahrt kommt der Bürgermeister bei der Bemerkung, dass die Seniorenarbeit oder das Ehrenamt in der Stadt einen geringen Stellenwert genießen. "Im Gegenteil. Wir nehmen viel Geld in die Hand, um uns dem demografischen Wandel zu stellen", verwiest Stier auf die Bemühungen der Stadt.

Zusammen mit den vielen Helfern in den 73 Vereinen der Kommune werde wertvolle Arbeit geleistet. "Und das würdigen wir auch". So seien zum Jahresanfang gerade die Leistungen der ehrenamtlichen Helfer anerkannt worden. "Wenn Herr Zant nicht dabei war, dann liegt es halt daran, dass er erst kurz im Amt war!"

Keine Grundlage

Und schließlich will sich Stier auch bei der Nachbarschaftshilfe nicht außen vor lassen. Zusammen mit dem Roten Kreuz sei diese Organisation auf den Weg gebracht worden. "Man kann machen, was man will" , bedauert der Bürgermeister, dass seine und die Arbeit des Stadtrates immer wieder in der Kritik stehen. Und richtig ärgerlich ist es für Stier, wenn diese Kritik der Grundlage entbehrt.
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