Zum Punkt Null zurückkehren

Lokales
Bärnau
13.02.2015
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Im Skilanglaufzentrum droht Not. Nicht der Schnee, sondern das Geld wird knapp. Um die laufenden Kosten zu decken, hofft der Förderverein auf den Träger. Alleine, so machte Bürgermeister Alfred Stier deutlich, könnte man diese Lasten nicht tragen.

Einen sehr genauen und offenen Blick in die Finanzen des Vereins gab Schatzmeister Albert Bauer bei der Stadtratssitzung am Donnerstag. Bauer stellte vor allem die Leistungen des Vereins für die Region und die Sportler im weiten Umfeld heraus, schilderte die Anlage gar als einmalig im Bundesgebiet.

Bauer erinnerte an die Anfänge 1976, unter der Rechtsträgerschaft der Gemeinde Hohenthan. Es sei auch Wunsch der Mandatsträger gewesen, die Region voranzubringen. 1982 sei die Aufgabe dem Förderverein übertragen worden. "Wir sind in die Bresche gesprungen", schilderte Bauer die Historie. Gut drei Millionen Euro seien bis heute investitiert worden und hätten eine "Sportstätte erster Güte" ergeben, mit Beschneiungsanlage, neuem Funktionsgebäude und guter technischer Ausstattung. Allein der Förderverein hätte rund 800 000 Euro aufgebracht. Um die Qualität des Angebotes zu erhalten, sei die Anstellung einer hauptamtlichen Kraft notwendig geworden. All die Anstrengungen haben laut Bauer ihren Preis. So tauchen nach Abzug von Beiträgen, Zuschüssen und Sponsorengelder aktuell in der Kalkulation rund 40 000 Euro "Miese" auf, am Ende der Saison werden es etwa 25 000 Euro sein. "Zum ersten Mal in der Geschichte des Fördervereins können wir die Kosten für den Skibetrieb nicht aus eigenen Mitteln bestreiten", wusste Bauer. Das Defizit müsste der Verein als Darlehen aufnehmen, was er rechtlich aber nicht darf.

Aushängeschild für Region

Der Schatzmeister ist deshalb auf der Suche nach Unterstützung. Rund 10 000 Euro will der Nachbarlandkreis Neustadt beisteuern. Vorstellig werde man auch am Tirschenreuther Landratsamt. Am Donnerstag wollte Bauer um Unterstützung beim Träger, der Stadt Bärnau, werben. Der Schatzmeister wusste, dass die bisherigen Gespräche nicht erfolgreich waren. "Wir müssen zum Punkt Null zurückkehren", so Bauer. Dem Stadtrat machte der Schatzmeister aber klar: Ohne ihre Hilfe wird es keine dauerhafte Lösung geben.

Am Donnerstag erwartete der Vertreter des Förderverein noch keine konkreten Aussagen. Vielmehr wollte Bauer die Lage des Vereins darstellen. Allerdings verwies er auf Anträge, die an die Stadt gerichtet werden. So will der Verein 10 000 Euro für dieses Jahr sowie Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung. Zudem sollte der Verein auch den Parkplatz ganzjährig "bewirtschaften" können, nachdem mit der Sommer-Biathlonanlage künftig die Sporteinrichtung das ganze Jahr über genutzt werden soll. Noch vor einer Behandlung der ausstehenden Anträge appellierte Bauer an das Gremium "im Sinne der Vorgänger" zu handeln, für den Fortbestand der einmaligen Anlage, die nicht nur Aushängeschild für die ganze Region, sondern auch ein Ort der grenzüberschreitenden Begegnungen sei. "Sie haben sich bisher so ins Zeug gelegt, lassen Sie so kurz vor dem Ziel nicht nach", appellierte Bauer. Mit einem "Nein" würde nicht der Förderverein bestraft, sondern die Schar der Skisportler.

Keine Alternative

Mit recht deutlichen Worten machte der Schatzmeister aber auch klar, dass es keine Alternative zur hauptamtlichen Kraft gebe. Allein die externe Wartung der drei Pistenraupen würden pro Jahr rund 20 000 Euro kosten. Zum Thema Unterstützung kam es am Donnerstag zum Teil zu einer recht hitzigen Diskussion. Niemand bestritt die Qualität der Anlage und das Engagement der Mitglieder, allerdings war die Vorgehensweise des Förderverein umstritten. Deutlich wurde herausgestellt, dass gerade die großen Anschaffungen nicht auf Wunsch des Stadtrates erfolgt seien. Die Idee einer Gebühr, ähnlich einer Liftkarte, könnte ein gemeinnütziger Verein rechtlich nicht realisieren, so der Schatzmeister.

Alle ins Boot holen

Für Bürgermeister Alfred Stier war klar, dass zum Erhalt dieser überregional bedeutenden Anlage alle Fördergeber mit ins Boot geholt werden müssten. Aktuell werde durch das Landratsamt auch die Trägerschaft überprüft. "Schon mit Hohenthan war vereinbart worden, dass keine Kosten entstehen", erinnerte der Bürgermeister. Recht ungehalten war Alfred Stier über die Position der Personalkosten: Die sind zu hoch. Hier könnte auch eine Teilbeschäftigung über die Stadt angedacht werden.

Alle im Gremium zeigten ihren Willen, eine Lösung zu finden. Überzeugt war man, dass dies nur in Zusammenarbeit aller Kommunen möglich ist. In einer der nächsten Sitzung muss dann über die Anträge des Fördervereins beraten werden.
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