Zukunft für das Hallenbad

Politik
Bärnau
16.07.2016
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Am Ende war es dann doch eine Überraschung: Mit knapper Mehrheit stimmte der Stadtrat für eine Sanierung des Hallenbades. Bürgermeister Alfred Stier will sich damit nicht abfinden.

Bauliche Mängel, aber auch Schimmelpilze in der alten Lüftung und Schadstoffe in der Holzdecke führten im vergangenen Jahr zur Schließung des Bades. Seitdem ringt der Stadtrat um eine Lösung, zumal die umfassende Sanierung des 45 Jahre alten Bades in die Millionen ginge.

Im Oktober vergangenen Jahres hat der Stadtrat die Verantwortung für die Suche nach einer Lösung auf Stadtrat Hubert Häring übertragen. Der Vertreter der Christlich Freien Wählergemeinschaft hat sich stets für eine Weiterführung und Sanierung des Bades eingesetzt.

Am Donnerstag legte Häring nun seine Auflistung von Arbeiten zum weiteren Betrieb des Hallenbades vor. Seinen Antrag zur "Durchführung von Bau- und Renovierungsarbeiten zur Öffnung des Hallenbades" hatte Häring auch aktuelle Berechnungen beigefügt. Der Antrag wurde übrigens zusammen von der CFWG und den Sozialdemokraten gestellt. Das Zahlenwerk ergab am Ende eine Summe von netto rund 330 000 Euro für Arbeiten und Technik am Hallenbad. Darunter etwa 35 000 Euro für die neue Heizung oder 25 000 Euro für die Steuerung, nachdem die Wärme künftig aus dem Hackschnitzelheizwerk kommen soll. "Das sind belastbare Zahlen", versicherte Häring nachdem bei der Berechnung auch ein Ingenieurbüro und Fachleute mitgewirkt hätten.

Kein Betriebskonzept


Bei der Beratung bat Häring, dass das Thema nun nicht weiter polarisiert werde. Allerdings wollte der CFWG-Vertreter auch keine weiteren Verzögerungen. Georg Sollfrank (CSU), der an der Beurteilung der Maßnahmen mitgewirkt hat, erläuterte, dass in der Summe die Erneuerung des kaputten Hubboden oder das Auswechseln der Holzdecke nicht enthalten sei. Deshalb sollte auch die Frage des Bestandschutzes geklärt werden. "Die Bürger wollen das Bad erhalten", beurteilte Josef Hubmann (SPD) die Stimmung in der Bevölkerung.

Alfred Wolf (Junge Wählergemeinschaft) dankte, wie auch seine Kollegen im Gremium, für die Aufstellung der Zahlen. Er vermutete allerdings gut eine halbe Million Euro, um das Bad "startklar" zu machen. Was den JWG-Vertreter aber weiterhin störte, waren noch "offene Fragen". So vermisste Wolf etwa ein schlüssiges Betriebskonzept und Aussagen zum Fachpersonal. Deutlich machte Wolf auch, dass er sich lieber um eine Förderung für eine Generalsanierung bemühen würde. "Eine scheibchenweise Sanierung wird die Stadt überlasten", befürchtete der JWG-Rat.

Für Hubert Häring war einmal mehr klar: Die Kritiker wollten die Hallenbadsanierung zerreden und verzögern. "Ihr wollt's einfach nicht", warf er CSU und JWG vor. Erneut drohte Häring, das Thema als Bürgerbegehren einzubringen. Und bei der Beratung nahm Häring auch Kämmerer Josef Schabner ins Visier. Der hatte in der Sitzungsvorlage geschrieben, dass eine "Sanierung des Hallenbades in keinster Weise, auch auf mehrere Jahre verteilt, finanzierbar ist". "Das ist eine dreiste Aussage", kommentierte Häring.

Der Angriff auf den Kämmerer wurde Bürgermeister Alfred Stier dann doch zu persönlich. Er pochte auf die Geschäftsordnung und stellte einen Antrag über das Ende der Debatte. "Der Kollege hat sich nicht im Griff", urteilte Stier. Und für den Antrag fand Stier eine 10:6-Mehrheit. "Wir haben nicht mal die Möglichkeit zu reden", murrte Gottfried Beer (SPD). Die Überraschung folgte dann bei der Abstimmung über den eigentlichen Antrag von CFWG und SPD. Aus ihren Reihen (7 Stadträte) wurde natürlich zugestimmt, doch auch Georg Sollfrank (CSU) und Stefan Schmidkonz (JWG) befürworteten den Antrag. Nachdem Christoph Weigl (CSU) nicht an der Sitzung teilnahm, fanden sich nur mehr 7 Nein-Stimmen.

Zur Rechtsaufsicht


Mit dem Ergebnis will sich Alfred Stier aber nicht abfinden. Für den Bürgermeister war klar: "Mit 300 000 Euro kann ich die Sanierung nicht vornehmen!" Wegen Rechtsmängel will Stier deshalb den Beschluss der Rechtsaufsicht vorlegen. "Ende der Debatte", bremste Gottfried Beer den Bürgermeister und verwies auf den vorangegangen Beschluss (weiterer Bericht über die Stadtratssitzung folgt).

Das sind belastbare Zahlen.Hubert Häring (CFWG) zur Hallenbad-Sanierung.


Eine scheibchenweise Sanierung wird die Stadt überlasten.Alfred Wolf (JWG) zur Hallenbad-Sanierung
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