Sitzung des Bärnauer Stadtrates
Mehrheit für neuen Wärmepreis

Seit über einem Jahr liefert das Hackschnitzelheizwerk Wärme für Schule und Kindergarten. Künftig zahlt die Stadt dafür einen Grundpreis von 50 000 Euro im Jahr und einen Arbeitspreis von 2 Cent je Wärmeeinheit. Bild: pbls
Sport
Bärnau
17.03.2016
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Der Ölpreis wirbelt einiges durcheinander, auch die Kosten für die Wärme aus dem Hackschnitzelheizwerk. Kurzfristig zurück zum alten Brennstoff will die Stadt nicht. Korrekturen am Wärmepreis werden aber vorgenommen.

Mit einigem Aufwand hat die Knopfstadt vor gut einem Jahr den Schritt zu einer ökologischeren Energieerzeugung unternommen. Für die Wärmelieferung vom Hackschnitzelheizwerk an Schule und Kindergarten wurde ein Vertrag mit der "Stadt Bärnau Kommunal GmbH (SBK)" geschlossen.

Und hier setzt die Kritik der Christlichen Freien Wählergemeinschaft (CFWG) an. Hubert Häring hatte in einem Antrag bei der Stadtratssitzung eine wirtschaftliche Haushaltsführung angemahnt. Denn die Kommunal GmbH liefert nach seiner Rechnung jährlich rund 1,18 Millionen Kilowattstunden Wärme für 0,0833 Euro je kw/h, während aktuell mit Heizöl ein gut 80 Prozent günstigerer Preis zustande komme. Häring wollte deshalb einen neuen Vertrag, in dem rückwirkend zum 21. Januar 2015 für die Wärme maximal 10 Prozent mehr als über den üblichen Heizölpreis bezahlt werde. Natürlich sollte diese Grenze auch in die Zukunft gelten. Gottfried Beer (SPD) wollte einen "unkonventionellen Weg", also die Heizung der Schule wieder nutzen, nicht aus den Augen lassen. Das Hackschnitzelheizwerk sollte "ruhen", bis sich die Kostensituation wieder verändere. "Wir wollten Öko-Vorzeigegemeinde sein", erinnerte Georg Sollfrank (CSU) an ein Argument für die Heizanlage.

Anlage läuft ohne Probleme


Und selbst ohne Nutzung müssten die Fixkosten bezahlt werden. Diese Ausgaben würden bei der Stadt bleiben, ergänzte Roland Heldwein (CSU). "Wir wollen die Heizkosten für die Stadt in einem normalen Rahmen halten", begründete Rudolf Schmid (CFWG) den Antrag. Bei der von Häring geforderten namentlichen Abstimmung lehnte eine Mehrheit aus CSU, JWG sowie Kurt Fischer von der CFWG den Antrag ab. Beraten wurde bei der Sitzung dann auch über den alten und neuen Wärmepreis für den Bezug aus dem Hackschnitzelheizwerk. Bürgermeister Alfred Stier erinnerte, dass die ursprünglichen Planungen auf eine Nahwärmeversorgung gehofft hatten. Nach der Inbetriebnahme im Januar 2015 sei die Anlage jetzt über ein Jahr in Betrieb und würde problemlos arbeiten. "Wir haben die Anlage im Griff", betonte Stier und wusste auch, dass andere Anlagen im Landkreis nicht so günstig arbeiten würden. Rückwirkend bestätigte die Stadtratsmehrheit dann einen Wärmelieferungspreis von 7 Cent je Wärmeeinheit plus Steuer.

Ein anderer Preis gilt ab dem kommenden Monat. Neu ist die Aufnahme eines Grundpreises von 50 000 Euro im Jahr. Das Geld würde auch zur Refinanzierung erforderlich, informierte Stier. Dafür sinke der Arbeitspreis dann für den Rest des Jahres auf 2 Cent pro Wärmeeinheit. Mit Heizöl würde die Wärmeeinheit auf 4 Cent kommen, so der Bürgermeister. Alfred Wolf (JWG) bewertete das Heizwerk als Entscheidung für die Zukunft. "Das können wir nicht einfach stoppen, nur weil der Ölpreis aktuell im Keller ist". Wolf stellte zudem heraus, dass für den Betrieb des Heizwerks derzeit schon allein die Mengen aus den Pflegemaßnahmen an den Straßen ausreichen würden. Und diese Mengen würden auch weiterhin anfallen.

Die Mehrheit nahm den neuen Wärmelieferungsvertrag an, dagegen stimmten nur Gottfried Beer, Rudolf Schmid, Hubert Häring und Edgar Wettinger.
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