25 Jahre Grenzöffnung Bayern-Böhmen - Dreitägige Feier mit Gottesdienst, umfangreichem Programm ...
Erinnerung an historischen Meilenstein

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Bärnau
18.06.2015
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Es war "Gänsehautstimmung" pur, als vor 25 Jahren eines der bedeutsamsten Kapitel in der europäischen Geschichte geschrieben wurde. Der "Eiserne Vorhang", der Menschen jahrzehntelang trennte und schier unüberwindbar schien, fiel. Tausende überquerten bei den Probe-Grenzöffnungen die deutsch-tschechische Grenze, um Städte, Dörfer und Nachbarn in ihrer unmittelbaren Umgebung kennenzulernen.

Bayerisch-böhmisch

Mit einem deutsch-tschechischen Freundschaftsfest feiert der Verein "Via Carolina", unterstützt von der Stadt Bärnau, von morgen bis Sonntag dieses Jubiläum auf dem Vorplatz des Geschichtsparks. Geplant sind ein Gottesdienst und ein Festabend, viel Musik, eine Bilderausstellung, Info- und Marktstände sowie ein umfangreiches Programm im Geschichtspark zum Thema "Reisen im Mittelalter" mit deutschen und tschechischen Darstellern, mit bayerisch-böhmischen Spezialitäten sowie Spaß und Spiel.

Freunde geworden

Es war eine ergreifende Stimmung, als es bei den Probe-Grenzöffnungen nach Jahrzehnten wieder möglich war, die Linie zwischen den beiden Ländern zu überschreiten. Vielen Menschen standen Tränen in den Augen, als sie in ihre alte Heimat gehen konnten, es gab endlose Fußgänger-Schlangen hüben und drüben.

Jung und Alt haben seitdem Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen, Grenzkontrollen gehören der Vergangenheit an, Wanderungen, Erkundungen und Reisen sind selbstverständlich geworden.

Der Geschichtspark Bärnau - Tachov erinnert gezielt an die gemeinsamen geschichtlichen Wurzeln und versteht sich als Brückenprojekt zwischen Bayern und Tschechien. Die Verantwortlichen wollen bewusst das "Geschenk der Grenzöffnung" in den Mittelpunkt stellen und mit den Nachbarn dieses Fest feiern. Mit von der Partie sind viele Zeitzeugen und Akteure der Grenzöffnung vor 25 Jahren.

Dass beide Länder auch touristisch zusammenwachsen, dokumentiert die Eröffnung des Info-Zentrums am Geschichtspark. Die Stadt Tachov und die Tourist-Info der Stadt Bärnau präsentieren am Samstag ab 14 Uhr die Ergebnisse der Öffentlichkeit.

Bischöflich Geistlicher Rat Siegfried Wölfel und Pfarrer Vladimir Born aus Bor hatten vor 25 Jahren die Öffnung der Grenze mit ihrem Glaubenszeugnis bekräftigt. Ein wichtiger symbolischer Beitrag für das Freundschaftsfest ist, dass die beiden Geistlichen am Sonntag um 9 Uhr den Gottesdienst im Festzelt zelebrieren. Der Messe schließt sich ein Frühschoppen mit der Bärnauer Stadt- und Jugendblaskapelle "Grenzlandbuam" an.

An beiden Tagen stehen bayerisch-böhmische Spezialitäten auf der Speisekarte sowie unter anderem auch eine mährische Weinstube. Die Blaskapelle "Chodvarka" spielt am Samstagabend auf, das Jugendblasorchester Tachov und die Musikgruppe Pudeto aus Tachov am Sonntagnachmittag.

Gemeinsame Geschichte

Die Besucher erwartet eine Bilderausstellung mit Erinnerungen an die Grenzöffnung, im Geschichtspark werden eigens deutsche und tschechische Darsteller das Thema "Reisen im Mittelalter" auf dem Handelsweg "Goldene Straße" und die gemeinsame Geschichte lebendig präsentieren.

Zudem werden am Sonntag um 14 und 15 Uhr kostenlose Führungen auf dem historisch-geologischen Lehrpfad an der Goldenen Straße angeboten.
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