40 Jugendliche aus aller Welt im Jugendhaus Altglashütte
Zukunft gestalten

Besuch auf der Altglashütte (v.l.n.r.): Herbert Sörgel, Dr. Jörg Skriebeleit, Astrid Weber, Andreas Meier, Dr. Wendrich Slenczka, Johanna Kluge(Bild:pjug)
Vermischtes
Bärnau
25.07.2016
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Sie kochen, leben und lernen zusammen: 40 Jugendliche aus Tschechien, Kroatien, Palästina, Israel und dem Stiftland machen das Jugendhaus Altglashütte zu einem Zentrum der Kulturen. Und sagen, was sie aus der Vergangenheit lernen können.

Altglashütte. Organisiert von der Evangelischen Jugend im Dekanat wohnen die jungen Menschen unter einem Dach, darunter auch viele Schüler und Abiturienten aus dem Landkreis. Mit Dekan Dr. Wendrich Slenczka, Pfarrer Herbert Sörgel und Johanna Kluge, Vertreterin der Evangelischen Jugendarbeit, aber auch dem Neustädter Landrat Andreas Meier, Astrid Weber vom Bayerischen Jugendring und Dr. Jörg Skriebeleit von der KZ-Gedenkstelle Flossenbürg kamen, diskutieren sie, wie sie Zukunft gestalten können.

Von Europapolitik über Religion bis zur Flüchtlingskrise - die Themen sind sowohl breitgefächert als auch emotional. Besonders beeindruckt zeigt sich Andreas Meier vom enormen Interesse der Teilnehmer, sich sozial und politisch zu engagieren: "So soll es sein." Ausführlich wird über die Zeit der zwei Weltkriege gesprochen, wobei besonders Dr. Skriebeleit mit seinen Erlebnissen mit KZ-Überlebenden beeindruckt. "Wir in Flossenbürg wollen zwei Dinge: Die Besucher sollen sich bewusstmachen, was hier passiert ist. Und sie sollen sich fragen, wie das geschehen konnte."

Die Gedenkstätte und auch das ehemalige Reichsparteitagsgebäude in Nürnberg stehen deshalb ebenso auf der Agenda des Treffens. Gerade solche Besuche an historischen Orten, die von Gewalttaten geprägt wurden, machen den jungen Leuten die Last bewusst, die ihre Generation zu tragen hat. Bei einem sind sie sich einig: "Die Vergangenheit kann man nicht ändern, aber man kann aus ihr lernen. Vor allem aber muss man auch über unschöne Dinge offen reden."

Nicht so unterschiedlich


Eine der wichtigsten Erkenntnisse ihrer gemeinsamen Zeit machen die Mädchen und Jungen relativ früh: "Wir sind nicht so unterschiedlich, wie wir gedacht haben." Gerade deshalb scheint es den Jugendlichen leicht gefallen zu sein, mit Vorurteilen umzugehen. Astrid Weber vom Bayerischen Jugendring betont aus diesem Grund die Wichtigkeit von kulturellen Begegnungen in Form von Austauschen, besonders bei jungen Menschen.

"Es liegt in euren Händen", pflichtet ihr Herbert Sörgel bei. Besonders im Gedächtnis bleibt wohl der Satz, der in dieser Diskussionsrunde am häufigsten fällt: "Wenn jeder Mensch im Laufe seines Lebens sich mit jemandem anfreundet, über dessen Land er Vorurteile hat, gäbe es weniger Probleme auf der Welt."
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