Direkthilfe im Krisengebiet

Den tristen Alltag in einem Flüchtlingslager im Irak lockern diese Jugendlichen durch improvisiertes Volleyballspielen auf. Doch diese mehr oder weniger fröhliche Szene kann nicht darüber hinweg täuschen, dass unzählige Menschen in den Lagern schwer traumatisiert sind und dringend Hilfe benötigen. Dank der kirchlichen Stiftung "Wings of Hope" können Kinder in einem Hilfszentrum in der Stadt Dobruk behandelt und betreut werden. Bild: hfz
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Bärnau
05.08.2016
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Kriegskinder im Irak brauchen Hilfe vor Ort. Der Andra-Danu-Verlag organisiert unter dem Titel "Nicht jeder kann fliehen" am Sonntag, 7. August, eine Benefizveranstaltung auf dem Gelände des Kulturstadls "In der Windschnurrn" in Hermannsreuth.

Magdalena Keilhauer und ihr Helferteam haben sich einen starken Partner ausgewählt. Die kirchliche Stiftung "Wings of Hope" bietet ein Trauma-Hilfezentrum in der Stadt Dohuk im Norden des Irak für Kinder und Jugendliche jeder Volkszugehörigkeit, Religion und jeden Geschlechts. Der Begriff "Traumapädagogik" steht für Konzepte, mit denen professionelle Fachkräfte traumatisierten Kindern und Jugendlichen helfen, ihre schlimmen Erlebnisse emotionell zu verarbeiten. Dies soll eine adäquate Teilhabe am sozialen Leben ermöglichen.

Therapie unverzichtbar


Ursprünglich aus der stationären Jugendhilfe kommend, haben sich die Anwendungsfelder mittlerweile weit darüber hinaus entwickelt. Traumapädagogische Konzepte entstehen mit Erfolg in den unterschiedlichsten Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Diese Entwicklung war notwendig, denn im Umgang mit traumatisierten Personen kommen Pädagogen mit herkömmlichen Mitteln häufig an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Bei Kindern und Jugendlichen, die Krieg und Flucht ausgesetzt waren, ist eine traumapädagogische Therapie unverzichtbar, um Spätfolgen der psychischen Verletzungen, wie etwa unkontrollierbare Aggressionsschübe, Neigung zu Panik- oder Amokattacken, langandauernde Depression und Angstattacken, entgegen zu wirken.

Für das Rahmenprogramm in Hermannsreuth am Sonntag sind Musikanten der Region aufgerufen, sich zwanglos zu beteiligen. Ihr "Lied für Dohuk" soll den Nachmittag und den Abend gestalten. Um 14 Uhr eröffnen die Bärnauer "Grenzlandbuam" um 14 Uhr das Treffen zur musikalischen Begleitung bei Kaffee und Kuchen. Im Laufe des Nachmittags werden die "Changes", das "Duo Ro-Sa", Ronja und Saskia aus Rothenstadt mit Gitarre und Gesang und die Gruppe "Neues Leben im Licht" aus dem Iran die Gäste unterhalten.

Leseprobe und Musik


Um 16 Uhr folgt eine Leseprobe aus dem Buch "Bruder Doktor", das vom Bau eines Krankenhauses in dem heute stark umkämpften Gebiet im Irak handelt. Weiter spielen Max Schnurrer auf dem Akkordeon, Interpreten der Kapelle "Soundcheck" und "Snehurka" aus Pilsen sowie der Flamenco-Gitarrist Pako aus Syrien. Gegen 17 Uhr stellt Atran Youkhana von "Wings of Hope" das Projekt in Dohuk vor. Nicht zuletzt erläutern Mitglieder von "Amnesty International" aus Weiden und Tirschenreuth den schwierigen Weg Asylsuchender.

Schließlich wird das Büfett der multikulturellen Küche eröffnet. Für die Besucher ist außer den Getränken alles kostenfrei. Spenden und der Erlös aus dem Buchverkauf sind für das Trauma-Zentrum bestimmt.

Vortrag in Plößberg, Kanzelrede in TirschenreuthZum Auftakt des Gemeindefestes der Evangelischen Gemeinde Plößberg findet am Samstag, 06. August, um 20 Uhr im Gemeindesaal ein Vortrag über die Flüchtlingsarbeit im Irak statt. Referent Atran Youkhana wird mit einer Powerpoint-Vorführung von seiner Arbeit als Projektkoordinator für die Friedens- und Traumaarbeit der Stiftung "Wings of Hope" im Norden des Irak berichten. Der Referent, der aufgrund eine Einladung zu der Benefizveranstaltung "Nicht jeder kann fliehen" in die Oberpfalz gekommen ist, wurde 1984 in der Stadt Dohuk geboren. Er studierte Politikwissenschaft lebt sei 20 Jahren mit seiner Familie in Deutschland.

Einen etwas anderen Gottesdienst können Besucher am Sonntag, 7. August, um 9.30 Uhr in der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche in Tirschenreuth erleben. Statt einer Predigt findet eine Kanzelrede statt. Gehalten wird sie von Martina Bock, Traumapädagogin und Projektmanagerin bei "Wings of Hope", anlässlich der Benefizveranstaltung "Nicht jeder kann fliehen". Die Liturgie hält Diakon Lieb, die Band "Changes" sorgt für die Musik. (mdk)
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