"Dum Bum" und "Viper" unter dem Fahrersitz versteckt
Bundespolizei beschlagnahmt explosive Feuerwerkskörper

Eine heruntergefallene Zigarette hätte den Sitz mitsamt des Fahrers in James-Bond-Manier in die Luft gejagt, meint Polizeisprecher Franz Völkl. (Foto: Polizei)
Vermischtes
Bärnau
24.11.2016
911
0
 
Eine explosive Ladung unter der Fußmatte entdeckten Bundespolizisten bei einer Kontrolle im Bereich Hundsbach/Waldsassen. (Foto: Polizei)

Waldassen/Bärnau. Am Mittwochnachmittag, 23. November, gegen 13.10 Uhr staunten die Fahnder der Bundespolizei aus Bärnau bei der Kontrolle eines Fahrzeugs im Bereich Hundsbach/Waldsassen. Sie überprüften ein Pärchen aus Erfurt und stellten fest, dass sich der 23-jährige Fahrer auf dem tschechischen Asia-Markt mit ordentlich Feuerwerkskörpern eingedeckt hatte.

Von den insgesamt 490 Böllern mit zehn Kilogramm Gewicht, welche an zig Stellen im Auto versteckt waren, hatte sich der junge Mann etwa vier Kilo der hochexplosiven Fracht unter seinem Sitz deponiert. "Eine hinuntergefallene Zigarette hätte wohl ausgereicht und der junge Mann wäre in bester James-Bond-Manier durch das Schiebedach seines PKW katapultiert worden", berichtet Polizeisprecher Franz Völkl.

Auch die restlichen verbotenen Böller hatte der findige 'Jungsprengmeister' äußerst einfallsreich versteckt. Angeblich hätte der Thüringer nicht gewusst, dass die gefährlichen Böller der Marken "Dum Bum" und "Viper" in Deutschland nicht erlaubt sind und dem Sprengstoffgesetz unterliegen. So fanden die Bundespolizisten sowohl im Verbandskasten wie auch unter den Fußmatten, unter der Rücksitzbank und sogar im Fahrzeugbegleitheft Feuerwerkskörper.

Warnung der Polizei und Hintergrund


Die Bundespolizei warnt in diesem Zusammenhang eindringlich vor der Einfuhr von Feuerwerkskörpern aus Tschechien. Diese Pyrotechnik ist gefährlich und mit extremen Risiken verbunden. Nicht zugelassene bzw. nicht konformitätsbewertete pyrotechnischen Gegenstände sind um ein Vielfaches gefährlicher als geprüfte Pyrotechnik. Die Folgen von diesen Böllerexplosionen können Knalltrauma, Tinnitus, Gesichts-, Augenverbrennungen, sonstige Verbrennungen, Abtrennen von Gliedmaßen, Verätzungen der Augen, Haut und Atemwege. Es kann Atemnot und Lungenschädigungen durch entstehende Gase und Rauch entstehen.

In Deutschland sind nur Feuerwerkskörper erlaubt, die durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zugelassen wurden. Diese verfügen über ein CE - Zeichen mit einer Registriernummer und eine entsprechende BAM - Identifikationsnummer. Auf allen zugelassenen Gegenständen stehen die Gebrauchshinweise in deutscher Sprache.

Gefahr durch Feuerwerk ohne BAM-Prüfzeichen


Bei Feuerwerk ohne diese BAM -Prüfzeichen können mangelhafte Verarbeitung und die Verwendung von Industriesprengstoff selbst bei korrekter Anwendung zu schwersten Verletzungen führen. Zerfetzte und abgetrennte Finger und Hände sind dabei keine Seltenheit. Nicht zugelassene Feuerwerkskörper sind empfindlich gegen Reibung, statische Aufladung und Schlag.

Der Gesetzgeber hat aus diesem Grund die Einfuhr nicht zugelassener Feuerwerkskörper unter Strafe gestellt. Wer solche Gegenstände transportiert, weiter verschenkt oder veräußert und diese abbrennt, macht sich ebenfalls strafbar.

Personen, die diese Feuerwerkskörper nach Deutschland einführen erfüllen den Straftatbestand nach § 40 Sprengstoffgesetz, der dafür Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen als Sanktionen vorsieht. Der Strafverfolgung schließt sich die Entsorgung beschlagnahmter Pyrotechnik an. Die behördliche Entsorgung durch Fachpersonal ist immer kostenpflichtig.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.