Fantasyserie aus dem Fichtelgebirge
Film ab im Mittelalter

Drehtag im Geschichtspark Bärnau: Regsisseur Max Körner aus Selb hat zwanzig Freiberufliche aus der Film- und Medienbranche um sich versammelt, um die Fantasy-Serie "Seelenspiel" zu drehen. Vor dem Dreh bespricht er Details mit den Schauspielern. Bilder: szl (3)
Vermischtes
Bärnau
12.08.2016
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Regisseur Max Körner bespricht das Drehbuch mit seinem Kameramann Eike Janetzko.

Ganz still liegt sie da, die mittelalterliche Filmkulisse. Im Geschichtspark Bärnau wuchern wilde Gräser, der Wind streicht durch die Bäume. Auftritt Max Körner: Der junge Filmemacher rückt mit seinem 20-köpfigen Team an, um dort Teile seiner Fantasy-Serie "Seelenspiel" zu drehen.

Der dritte Drehtag beginnt schon mit Verspätung. Gegen 11 Uhr beanspruchen Kamerateam, Licht- und Tontechniker, Aufnahmeleitung, Maske und Produktionsassistenten das Mittelalter-Ambiente im Bärnauer Geschichtspark. "Hoffentlich hält das Wetter", flüstern die Techniker Richtung Himmel. Denn die ersten Aufnahmen finden im Kräutergarten statt. Es dauert 45 Minuten, bis alles "Set-fertig" ist. Zwischen Kräuterbündeln, Holzhockern und Fellen verlaufen nun Kabel für mannshohe Leuchten. Kamera-Equipment und Nebelmaschinen stehen mitten im Gemüse.

Film ab


Kameramann Eike Janetzko vergewissert sich: "Requistite? Licht?" Die Schauspieler stehen auf Position. Alles ist still, die Konzentration spürbar. "Kamera läuft", sagt der 25-Jährige. Romina Zechmann, Regie- und Produktionsassistentin, hält die Filmklappe bereit: "Folge 4, Szene 9, Einstellung 1, die Erste!" Die Klappe fällt. Und zum ersten Mal an diesem Tag gibt der 24-jährige Regisseur Max Körner den Befehl: "... und Bitte!"

In der Online-Serie geht es um Studentin Luise, gespielt von Kinga Pollak, die durch ein verzaubertes Buch ins mittelalterliche Fichtelgebirge katapultiert wird. Dort lernt sie den Tunichtgut Heinrich (Felix Geiwagner) kennen, der bei einem Kartenspiel seine Seele an den Teufel verlor. Sie stürzen sich in zahlreiche Abenteuer und geraten dabei immer tiefer in die Fänge des Teufels.

Trailer zur Serie

Junges Team


Alle Arbeitsabläufe wirken sehr eingespielt, obwohl sich die Schauspieler und Filmemacher in dieser Konstellation erst vier Tage kennen. Neben dem Kernteam von "Franconia Films" aus Selb setzt sich die Crew aus gecasteten Schauspielern, sowie Kontakten und Bekanntschaften aus Studium oder früheren Produktionen zusammen. Körner hat 20 Freiberufliche aus der Film- und Medienbranche um sich versammelt. Er bevorzugt ein ruhiges und konzentriertes Arbeitsklima am Set. Der junge Projektleiter nimmt sich Zeit für die Schauspieler, geht Szenen und Emotionen mit ihnen durch. Damit alles reibungslos abläuft, helfen ihm Drehbuchautorin Nikola Zechmann und Eike Janetzko, Chef an der Kamera. Ein eingespieltes Team, das schon oft zusammengearbeitet hat.

"Ich hoffe sehr, dass die Geschichte den Zuschauern gefällt", gesteht Nikola. Das Drehbuch zu schreiben war eine komplexe Aufgabe für die BWL-Studentin. Jedem Charakter Tiefe zu geben und jeder Folge Spannung zu verleihen, war eine Herausforderung.

Der "Seelenspiel"-Autorin ist es zu verdanken, dass die Schauspiel-Riege an diesem Drehtag vom Kabarettisten Klaus Karl-Kraus unterstützt wird. "Ich hätte nicht gedacht, dass er zusagt", gibt Nikola zu. Sie ist ehemalige Studentin von Karl-Kraus. Trotz des überraschenden Anrufs sagte der Rhetorik-Dozent zu: "Es ist ein interessantes Projekt. Ich hab Spaß daran, Neues auszuprobieren und meine Komfortzone zu verlassen." Als der prominente Nebendarsteller aus der Maske kommt, ist er "Liborius", der Großvater von Hauptrolle Heinrich. Als Schreiberling verfasst er das Buch, mit dem Luise durch die Zeit springt. Schulterlange, krause, graue Haare hängen ihm ins Gesicht, mit Lederschuhen und brauner Kutte ist er ausgestattet. "Jetzt seh ich aus wie 1410", schmunzelt der 64-Jährige. Obwohl der Set-Älteste den Text erst seit wenigen Tagen hat, findet er sich schnell in die Rolle ein. "Man muss den Typen ja verstehen", lacht der Nürnberger.

Teaser zu "Seelenspiel"


Zwischen Umbau- und Aufbauarbeiten werden spontan Textproben oder Besprechungen gehalten. Dann der Szenenwechsel ins Innere des Lehmhauses. Kurz vor der Mittagspause will nichts mehr klappen. Eine Wiederholung jagt die nächste. "Besser so, sonst ärgert man sich im Nachhinein, wenn es nicht gut ist", beteuert Kinga Pollak und repetiert ihren Satz zum x-ten Mal. Alle werden für ihre Geduld belohnt. "Das war total klasse. So nehmen wir es", ruft Janetzko begeistert.

Prominentes Lob


Körner ist zufrieden mit den bisherigen Drehtagen: "Alles läuft soweit gut. Gestern war es zäher. Heute ist es einfacher, weil wir immer am gleichen Motiv arbeiten." Auch Karl-Kraus ist begeistert, wie viel Ehrgeiz und Arbeit die jungen Leute in das Projekt stecken. "Die Kulisse ist super authentisch, hier wird sehr professionell gearbeitet", lobt er. Die Aktion hat sich für ihn schon gelohnt, "es ist ein außergewöhnliches Team."

Das Ziel des jungen Filmteams ist die Produktion eines Imagefilms der besonderen Art. Dem Selber ist es wichtig, auf die plakative Darstellung seiner Heimat zu verzichten. Um die Vorzüge der Region zur Geltung zu bringen, werden Zeitsprünge von der Moderne ins Mittelalter gemacht. Nach 17 Drehtagen soll die erste Staffel mit acht Folgen im Kasten sein.

Es macht mir Spaß meine Komfortzone zu verlassen.Klaus Karl-Kraus, Kabarettist


SerienstartSeit Februar 2016 laufen die Vorbereitungen zur Fantasy-Serie "Seelenspiel". Weitere Drehs sind in den Herbst- und Winterferien geplant. Ab Herbst gibt es die ersten Folgen im Internet auf der Facebook-Seite und dem Youtube-Kanal von Max Körner zu sehen. Der Gründer der Produktionsfirma "Franconia Films" und Regisseur der Serie möchte zur weiteren Verbreitung ans Fernsehen herantreten. (szl)


Website der Produktionsfirma: www.franconiafilms.de
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