Frauenfrühstück mit Vortrag über Jakobsweg
Über Pässe und durch Weinberge

Rund 90 Besucherinnen waren zum 6. Frauenfrühstück der Volksbank Bärnau gekommen. Bild: wg
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Bärnau
20.04.2016
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Siegmund Dill (links) berichtete beim Frauenfrühstück über seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg. Geschäftsstellenleiter Günter Zwerenz bedankte sich bei Dill für die interessante Schilderung. Bild: wg

Ein leckeres Büffet, verschiedene Kaffeesorten und ein interessanter Vortrag sind die Zutaten für ein abwechslungsreiches Frühstück. Das wollten sich viele Frauen nicht entgehen lassen.

Bereits zum sechsten Mal hatte die Volksbank die Frauen in der Region zu einem Frühstück in den Saal der Gasthof zur Post eingeladen. Dort hatte der Gastgeber nicht nur für eine leckeres Frühstück gesorgt. Den etwa 90 Besucherinnen schilderte Siegmund Dill seine Erlebnisse auf dem Weg nach Santiago de Compostela.

Siegmund Dill hatte einen Lichtbildervortrag zusammengestellt, mit dem er eindrucksvoll seine Erlebnisse vom Jakobsweg zusammen fasste. Die Strecke - 767 Kilometer - bewältigte er in drei Abschnitten. 2007, 2009 und 2011 machte er sich auf den Weg, jeweils für 14 Tage, beginnend in Frankreich auf dem "Camino Frances" entlang bis nach Santiago de Compostela. Von Frankreich aus ging es über die Pyrenäen auf dem Jakobsweg bis ans Ziel: Die Kathedrale in Santiago de Compostela und das Bronzesymbol des Jakobsweges. Anschließend wanderte er noch weiter bis ans Meer bis zum Cap Finisterre. "Einmal auf dem Jakobsweg zu pilgern war mein großer Traum", bekannte Dill, der seit 30 Jahren bereits als Fußwallfahrer an den verschiedensten Orten unterwegs ist. Es sei ratsam, den Weg alleine zu gehen, um seinen eigenen Rhythmus zu finden und um die Gedanken gleiten zu lassen - und dabei die Natur zu genießen. Man könne entweder in Refugios (Massenquartiere, bis zu 80 Leute in einem Raum) übernachten oder sich ein kleines Zimmer in einem Gasthof buchen. Er entschied sich für letzteres. Gebucht wurden Flug und Quartier über das Bayerische Pilgerbüro.

Gute Kondition nötig


"Die Wegstrecke ist für alle gleich", betonte Dill. Voraussetzungen seien gutes Schuhwerk und eine gute Kondition. Die Muschel und ein gelber Pfeil weisen den Pilgern den Weg, der gut ausgeschildert ist. Was den Bärnauer beeindruckte, war die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen. Der Weg führte Dill über Roncesvalles (mittelalterliches Pilgerkreuz) nach Pamplona (Tor zu Frankreich mit Stierkampfarena, Kathedrale St. Nicola), Logrono und Burgos in die Königsstadt León, weiter über Astorga und Ponferrada nach Santiago de Compostela. Es ging über verschiedene Pässe, durch verschiedene Regionen, durch Weinberge. Unterwegs dachte der Bärnauer immer wieder an zuhause, an seine wöchentliche Singstunde. Da hat er einfach nach Herzenslust zu singen begonnen, erzählte Dill, und plötzlich gab es Beifall von zwei Spanierinnen, die dann auch gleich in den Gesang mit einstimmten. In vielen Details schilderte Dill seine Reise, ging etwa auf den Pilgerpass ein, der nötig ist, will man am Ziel eine Urkunde bekommen. Dill baute selbst ein Steinkreuz am Wegesrand, traf auf einen verletzten Pilger, der trotzdem nicht aufgab, auf ein Ehepaar, das mit einem Esel pilgerte.

Doch wusste der Bärnauer auch von schweren Momenten, von Hitze, Strapazen und Müdigkeit. Doch am Ende erreichte er Santiago de Compostela, den drittgrößten Pilgerort nach Jerusalem und Rom. Sein letztes Ziel war dann Finesterre am Meer. "Dort wehte der Wind wie bei uns in Hermannsreuth", beschrieb er das Ende "seines Caminos".
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