Gasthaus "Schwarzer Bär" wird zu Wohnhaus umgebaut
Impuls für die Zukunft

Der Gasthof "Schwarzer Bär" in Bärnau hat auch schon bessere Tage gesehen. In das seit Jahren leerstehende Gebäude soll wieder Leben einkehren. Diesmal in Form von neuen Wohnungen. Bild: jr
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Bärnau
14.11.2016
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Architekt Klaus Stiefler (links) und 2. Bürgermeister Michael Schedl stellten die Machbarkeitsstudie für den Bau von zehn behinderten- und seniorengerechten Wohnungen in Bärnau vor. Bild: jr

Der "Bären-Wirt" in Bärnau, das war einmal nicht die schlechteste Adresse. Ist aber schon lange her. Alle Versuche, das einst stattliche Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen, sind bislang gescheitert. Jetzt gibt's einen neuen Anlauf.

Von einem richtungsweisenden Projekt sprach 2. Bürgermeister Michael Schedl, als jetzt Städteplaner Klaus Stiefler im Rathaus den Umbau und Sanierung des Anwesens "Schwarzer Bär" vorstellte. Ein Mehrgenerationen-Wohnhaus soll entstehen, mit zehn Wohnungen, darunter zwei rollstuhlgerechte, sieben barrierefreie. Schedl gab auch gleich den ehrgeizigen Zeitplan vor: Beginn der Bauarbeiten im kommenden Jahr, Fertigstellung und Bezug ein Jahr später. Architekt Klaus Stiefler will "an einem der schönsten Marktplätze der Region einen Impuls für die Zukunft setzen".

Neues Leben


In seiner Präsentation betonte Klaus Stiefler, dass Wohnungen für Menschen in allen Lebenslagen fehlten. Diese Wohnungen müssen angepasst sein für Senioren, Familien und Alleinerziehende sowie Behinderte. In Bärnau gibt es nun diese Möglichkeit, einen Leerstand mit neuem Leben zu erfüllen. In seiner demografischen Prognose bezifferte Stiefler die Einwohnerzahl im Jahr 2028 nur noch auf 2740 Einwohner. Zum Vergleich: Heute wohnen in Bärnau 3110 Menschen, im Jahr 1950 waren es sogar 4752 Einwohner.

820 Frauen und Männer (heute sind es 700) werden zu dem Zeitpunkt älter als 65 Jahre sein. Gefragt seien deshalb seniorengerechte Wohnungen, wie sie im "Schwarzen Bär" entstehen sollen. Klaus Stiefler präsentierte Bilder des Anwesens und auch gleich erste Planungen, wie erfolgreich umgebaut und saniert werden könnte.

So soll der barrierefreie Zugang zum Anwesen vom Marktplatz her über eine Rampe erfolgen. Geplant sind ferner der Einbau eines Aufzugs und eine Verbreiterung der Durchgangsbreiten der Innentüren. Kurzum, das Haus soll barrierefrei ausgebaut werden. Aktuell wird das Gebäude genau vermessen, die Ergebnisse sollen demnächst vorliegen. Der Architekt hofft auf eine 90-prozentige Förderung mit Geldern aus der Städtebauförderung.

Klaus Stiefler betonte, "wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, dass die Senioren in der Stadt bleiben." Für Familien mit Kindern sind diese Wohnungen eher nicht geeignet, da der Einbau von Kinderzimmern aus technischen Gründen kaum möglich erscheint. 2. Bürgermeister Michael Schedl sprach von einem gelungenen Konzept. "Ich bin sicher, dass der ,Schwarze Bär' ein Schmuckstück von Bärnau werden wird." Erste Interessenten gibt es bereits.

Ensembleschutz


Mit den Mieteinnahmen, derzeit wird mit etwa 4,50 Euro je Quadratmeter kalkuliert,hofft man kostendeckend arbeiten zu können. Aus Kostengründen nicht ausgebaut werden soll der Keller. Und für eine energetische Sanierung werden noch Lösungen gesucht. Allerdings: "Das Gebäude steht unter Ensembleschutz, wir können also außen keine 15 Zentimeter Dämmung anbauen."

Was das Projekt genau kosten wird, konnte noch niemand sagen. Jetzt wird erst in die Detailplanung eingestiegen. 2. Bürgermeister Michael Schedl machte vorsichtshalber schon mal klar: "Wir wollen günstig und gut bauen." Früher war schon mal eine Summe von rund 2,4 Millionen Euro genannt worden.
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