Hallenbad bleibt weiter geschlossen
Stadtrat gegen Schnellschuss

So schnell kommt kein Wasser ins Bärnauer Hallenbad. Der Antrag von Hubert Häring, zum 2. Januar zu öffnen, fand keine Mehrheit. Bild: Schirmer
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Bärnau
12.12.2015
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Der Anlauf von Hubert Häring für eine schnelle Öffnung des Hallenbades ist gescheitert. Die Mehrheit im Stadtrat wollte kein Risiko eingehen, gerade mit Blick auf die Gesundheit von Besuchern und Mitarbeitern.

Ende Oktober hatte der Stadtrat den Fraktionsvorsitzenden der Christlich Freien Wählergemeinschaft mit der Hallenbad-Frage beauftragt. Und Häring hat seitdem intensiv die Situation durchforstet. Am Donnerstag präsentierte er ein überraschendes Ergebnis: Für das Bad aus den 70er Jahren bestehe aus der Sicht des Baurechts ein Bestandsschutz. Dadurch müsste das Anlage nicht laufend auf den Stand der aktuell geltenden Vorschriften nachgerüstet werden. Der vorhandene Rettungsweg würde somit ausreichen.

Nur "abstrakte" Gefahr


Die Ergebnisse aus der baubiologischen Untersuchung wollte Häring nicht übergehen, wohl aber von einer "abstrakten Gefahr" sprechen. Bei einer funktionierenden Entlüftung würde etwa von der Holzdecke im Bad keine erhebliche (konkrete) Gefahr ausgehen. Mit einem vertretbaren Aufwand, wie der Reinigung der Lüftungsanlage, könnte das Bad weiter betrieben werden. Später müssten freilich Verbesserungen der Heizung und Lüftung folgen. Deshalb wollte Häring eine Öffnung spätestens zum 2. Januar durchaus verantworten.

Nicht so Roland Heldwein. Er befürchtete, dass krebserregende Stoffe sowie Bakterien in der Zuluft auftauchen. Somit wollte der CSU-Vertreter keinen Besucher guten Gewissens ins Bad schicken. Zudem sei das Problem mit dem fehlenden Bademeister nicht geklärt. "Aus gesundheitlichen Gründen ist das nicht zu verantworten", wandte sich Heldwein gegen einen Schnellschuss aus der Hüfte. Auch wies Heldwein auf die juristische Seite hin. "Ich fürchte mich vor dem ersten der mit Husten rausgeht und dann prozessiert!"

Luftaustausch ungenügend


Bei einer funktionierenden Lüftung befürchtete Häring keine Gefahr für die Gesundheit. "Die Situation ist beherrschbar", so seine Einschätzung. Bürgermeister Alfred Stier sah gerade hier das Problem: Die Luftaustauschrate stimmt nicht, da hilft auch keine Reinigung. Häring beklagte bei CSU und Junger Wählergemeinschaft einmal mehr den fehlenden Willen, das Hallenbad schnell wieder zu öffnen. Heldwein brachte auch die wirtschaftliche Seite ins Gespräch, die gegen eine Öffnung für nur mehr drei Monate spreche. Eine Abstimmung über die Hallenbad-Zukunft im März hielt der CSU-Mann nach wie vor für den richtigen Schritt.

Rudolf Schmid (CFWG) setzte bei seiner Entscheidung auf die gewissenhafte Arbeit von Hubert Häring. "Er hat sich genauestens informiert, darauf kann man sich verlassen"! Gottfried Beer (SPD) erinnerte an den Beschluss, das Bad wieder zu öffnen, sollte keine "Gefahr für Leib und Leben" bestehen. Und hier baute der SPD-Stadtrat auf die Aussage von Hubert Häring. "Das Restrisiko ist einschätzbar", beurteilte Beer.

Grob fahrlässig


Für Alfred Wolf (Junge Wählergemeinschaft) war klar: Wir dürfen das Bad in diesem Zustand nicht öffnen. Die Stadt würde in Kauf nehmen, dass Gesundheitsschäden vorkommen. "Das ist mehr als grob fahrlässig". Stadt-Geschäftsleiterin Marion Mark regte in der Diskussion an, die vorhandenen Gutachten an die Fachstellen am Landratsamt weiterzuleiten und deren Einschätzung abzuwarten. Weitergeben wollte auch Häring, aber dennoch jetzt schon aufsperren. Alfred Stier griff dann den Vorschlag der Geschäftsleiterin auf und stellte einen entsprechenden Antrag zur Geschäftsordnung.

Damit wurde zunächst abgestimmt, die Gutachten der Rechtsaufsicht vorzulegen. Dafür stimmte die Mehrheit aus CSU, JWG und Kurt Fischer von der CFWG. Bei der anschließenden Abstimmung über die Hallenbadöffnung zum 2. Januar wandte sich eben diese Mehrheit dagegen.
Aus gesundheitlichen Gründen ist das nicht zu verantworten.Roland Heldwein (CSU) zur schnellen Öffnung des Hallenbads
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