Informationsabend der Nachbarschaftshilfe über Änderungen beim Pflegestärkungsgesetz
Selbstständigkeit möglichst lange erhalten

Mit einem kleinen Präsent bedankten sich (von links) Josef Zant, Michaela Heldwein-Keim und Gerlinde Lode (rechts) von der Nachbarschaftshilfe Bärnau bei Pflegeberaterin Evelin Schrems für ihren informativen Vortrag über das neue Pflegestärkungsgesetz. Bild: bir
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Bärnau
22.11.2016
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Ist ein Mensch auf Hilfe und Pflege angewiesen, stellt dies immer eine große Herausforderung dar - für den Pflegebedürftigen, aber auch für seine Angehörigen. Mit den Pflegestärkungsgesetzen hat ein Umdenken in der Pflege begonnen: Mehr Leistungen für Pflegebedürftige, mehr Entlastung und Sicherheit für pflegende Angehörige und mehr Zeit für Pflegekräfte gehören zu den Neuerungen.

Die wesentlichen Veränderungen schilderte AOK-Pflegeberaterin Evelin Schrems bei einem Info-Abend der Nachbarschaftshilfe im Hotel-Gasthof "Zur Post". Bisher, so die Pflegeberaterin, hätte sich der Begriff der Pflegebedürftigkeit vor allem auf körperliche Beeinträchtigungen bezogen. "Mit dem neuen Gesetz erhalten nun auch Menschen mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen sowie demenziell erkrankte Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung."

Die Pflegebedürftigkeit orientiere sich künftig daran, wie selbstständig der Alltag bewältigt werden kann und wie viel Unterstützung dafür notwendig ist. Für die Bestimmung der Pflegebedürftigkeit seien sechs Bereiche relevant: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen, Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte. Fünf Pflegegraden (bisher drei Pflegestufen) zeigen dann wie sehr der Mensch auf Unterstützung angewiesen ist.

Keine neuen Anträge


Die Überleitung in die neuen Pflegegrade erfolge automatisch und nach gesetzlich vorgegebenen Regeln. Pflegebedürftige müssten keinen neuen Antrag zum Jahreswechsel stellen, um für das nächste Jahr dem entsprechenden Pflegegrad zugeordnet zu werden. Die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten oder wiederzugewinnen sei der Wunsch vieler älterer Menschen. Auch hier setze das neue Begutachtungsinstrument an. Mit ihm soll nun klarer abgeleitet werden, ob und welche Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen dem Pflegebedürftigen helfen. Die Empfehlung des Gutachters für eine solche Maßnahme führt unmittelbar zu einem Rehabilitationsantrag, sofern die pflegebedürftige Person zustimmt.

Die Pflegekasse zahlt Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für Pflegepersonen, die einen Pflegebedürftigen, welcher Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung hat, zu Hause pflegen. Ab 2017 bereits ab mindestens zehn Stunden wöchentlicher Pflege, verteilt auf regelmäßig zwei Tage in der Woche, berichtete Evelin Schrems. Neu ist, dass die Pflegekasse nun auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung übernimmt, wenn wegen der Pflege die Beschäftigung unterbrochen oder ganz aufgegeben wird. Pflegepersonen sind während ihrer Pflegetätigkeit nach wie vor gesetzlich unfallversichert.
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