Jetzt vier Ehrenbürger in Bärnau

15 Jahre wirkte Pfarrer Siegfried Wölfel (links) in Bärnau. Nun verlieh ihm der Stadtrat die Ehrenbürgerwürde. Bürgermeister Alfred Stier überreichte ihm, ebenso wie Michael Heldwein und Josef Rösch, eine riesige Urkunde. Bilder: kro
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Bärnau
31.07.2016
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Zum Ehrenbürger wurde Josef Rösch ernannt.

Drei Dinge haben sie gemeinsam: Sie haben viel für die Gemeinde getan, feierten in diesem Jahr ihrem 70. Geburtstag und sind frisch ernannte Ehrenbürger von Bärnau.

Siegfried Wölfel, Michael Heldwein und Josef Rösch heißen die neuen Würdenträger, deren Ernennung Anlass für eine Sondersitzung des Stadtrates im historischen Rathaussaal war. Mit Josef Frank, dem langjährigen Schwarzenbacher Pfarrer, hatte die Stadt Bärnau zuletzt nur noch einen Ehrenbürger. Seit vergangenem Donnerstag sind es vier. Bischöflich Geistlicher Rat Siegfried Wölfel sowie Michael Heldwein und Josef Rösch erhielten auf Beschluss des Stadtrates diese Würdigung.

Bürgermeister Alfred Stier hielt die Laudatio und überreichte jedem der neuen Ehrenbürger eine vom Künstler Philipp Weiß individuell gestaltete Ehrenurkunde. Musikalisch umrahmten die "Grenzlandbuam" Bärnau die Feier. "Wer so eine Blasmusik hat, der braucht keine Philharmonie", kommentierte der Bürgermeister. Entschuldigen musste er die SPD-Stadträte sowie die Stadträte Rudolf Schmid und Hubert Häring.

Die Ehrenbürgerschaft sei die höchste Auszeichnung der Stadt, betonte Stier. Damit würdige sie herausragende und vorbildhafte Leistungen von Bürgern, die sich über Jahrzehnte hinweg für das Gemeinwesen eingesetzt haben. "Die Geehrten haben somit eine Basis, ein Fundament für die nachfolgende Generationen gelegt." Michael Heldwein, Träger des Bundesverdienstkreuzes, war 24 Jahre Stadtrat, davon sechs Jahre zweiter Bürgermeister und fünf Jahre Fraktionsvorsitzender der CSU. 18 Jahre war er im Kreistag, zehn Jahre Ortsvorsitzender der CSU und 24 Jahre Ortssprecher von Thanhausen. Seit 35 Jahren ist er bei allen Festen in Thanhausen Festleiter. Heldwein war Ingenieur, Polier und Handlanger zugleich beim Bau der Wasserversorgung in Thanhausen, beim Bau der Mehrzweckhalle ("Michael, deine Halle", meinte der Bürgermeister) und vielen weiteren Baumaßnahmen. "Ich wüsste nicht, wie Thanhausen ohne dich aussehen würde."

Josef Rösch hat in Bärnau eine "Jahrhundertaufgabe" übernommen, würdigte der Bürgermeister. Seit vier Jahren pflegt er das Archiv der Stadt - und dies ehrenamtlich. "Täglich ist er dazu im Einsatz", sagte Stier. Zudem war Rösch 36 Jahre lang Stadtrat, davon zwölf Jahre dritter Bürgermeister. Ferner war er 25 Jahre im Pfarrgemeinderat, davon neun Jahre Vorsitzender. 46 Jahre lang war er Schriftführer der Bärnauer Feuerwehr, er war der Alleinverantwortliche bei der Realisierung des Feuerwehrhauses. Vereinschroniken hat er für die Feuerwehren, den OWV und den Männergesangverein geschrieben.

Bischöflich Geistlicher Rat Siegfried Wölfel, aktuell Ruhestandspfarrer in Friedenfels, war von 1981 bis 1996 Pfarrer in Bärnau. In diese Zeit fiel die Renovierung der Steinbergkirche, "seiner Lieblingskirche", wie Bürgermeister Stier anmerkte. Auch die Renovierung der Stadtpfarrkirche, der Friedhofskapelle und die Sanierung des Pfarr- und Jugendheimes begleitete er. Wölfel habe die Steinbergkirche zu einer Wallfahrtskirche erhoben, erinnerte der Sprecher. Zum Steinbergfest kamen schon mehrere 1000 Besucher. Dort fanden auch viele Trauungen statt. Als Geistlicher habe Pfarrer Wölfel bei allen Anlässen, bei Beerdigungen, bei Hochzeiten und bei großen christlichen Festtagen, stets die richtigen Worte gefunden. Nicht umsonst seien deshalb die Gottesdienste hervorragend besucht gewesen.

BGR Siegfried Wölfel dankte für die hohe Auszeichnung und betonte, dass er stets die Bärnauer verteidigt habe. Als er beispielsweise nach Waldsassen als Stadtpfarrer kam, habe man ihm deutlich gemacht, dass er von einer "Hinterwäldler-Pfarrei" nun in eine "Kulturstadt" komme. Er habe sich in Bärnau stets wohl gefühlt und komme auch heute immer noch gerne zurück: "Ich bin stolz auf Bärnau", sagte Wölfel. Auch Josef Rösch und Michael Heldwein bekundeten ihren Dank für die hohe Auszeichnung. Sie vergaßen nicht, das Verständnis ihrer Ehefrauen und Familien zu erwähnen, die oft auf sie zu Hause verzichten mussten. Heldwein schmunzelte: "Meine Frau bekommt heute einen Blumenstrauß und ist zufrieden damit, also darf ich weiter machen."
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