Marvin Frank auf dem Weg der Besserung
Therapien schlagen an

Dass Marvin wieder herzerfrischend lachen kann, grenzt an ein Wunder.
Vermischtes
Bärnau
05.08.2016
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Bei einem Besuch beim BRK-Kreisverband in Tirschenreuth durfte sich Marvin alles genau anschauen. Dabei traf er auch den Rettungssanitäter Christof Röckl, der damals dabei war, als der kleine Junge gerettet wurde. Mit Hilfe von Mutter Kerstin inspizierte er auch einen Sanka. Bilder: tr (2)

Jeder Cent ist gut angelegtes Geld! Der Eindruck entsteht, wenn man heute Marvin Frank sieht, wie er, von der Mutter gestützt, neben ihr hergeht. Vor zweieinhalb Jahren wäre er um ein Haar ertrunken, wurde reanimiert und braucht seither teure Therapien, damit er ins normale Leben zurückfindet.

Greim/Bärnau. Am 24. Februar 2014 fand der Vater das leblose Kind im Löschteich (wir berichteten). Vom Auffinden bis zur Einlieferung in die Klinik war gut eine Stunde vergangen. Man geht davon aus, dass der Junge damals etwa 20 Minuten im Teich gelegen hat. Die Ärzte beschönigten nichts, erklärten, dass durch den enormen Sauerstoffmangel im Gehirn sicher erhebliche bleibende Schäden zu erwarten seien. "In jedem Fall wird Marvin zu 100 Prozent geistig und körperlich schwerbehindert sein", hieß es damals.

Umso erstaunlicher und bemerkenswerter, wenn man den jungen Mann heute sieht. Gestützt von der Mutter, Kerstin Frank ist er in der Lage selbstständig zu laufen - keine großen Strecken - aber weiter, als die medizinische Fachwelt je geglaubt hätte. Auch ist er auf dem besten Weg sich akustisch zu artikulieren und beginnt langsam zu sprechen.

Nicht von ungefähr


Das kommt nicht von ungefähr. Seine Familie tut alles, um dem Jungen die bestmögliche Therapie zukommen zu lassen. In der Schön-Klinik in Vogtareuth am Chiemsee, eine Fachklinik für Orthopädie, Neurologie und Innere Medizin machte Marvin 2014 erste Fortschritte. Seit September 2015 ist er in der Petö-Tagesstätte in Erbendorf. Er wird dort täglich von 8 bis 14.30 Uhr intensiv betreut und therapiert.

Von einer Freundin erfuhr Kerstin Frank von einer Spezialklinik in der Slowakei. Zweimal wurde Marvin dort bereits therapiert - mit grandiosen Ergebnissen. Die Kosten für das "Adeli Medical Center" in der Slowakei ist in der Neurorehabilitation europaweiter Pionier. Für einen dreiwöchigen Aufenthalt werden rund 7000 Euro fällig. Eine Summe, die die Krankenkasse nicht übernahm.

Zahlreiche Helfer


Über das BRK wurde ein Treuhandkonto (Kasten) für die Therapien für Marvin eingerichtet. Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn, wildfremde Leute, Vereine, Institutionen und Firmen beteiligen sich über das Konto an der Finanzierung für die aufwendigen Behandlungen. Auch die NT-Aktion Lichtblicke ist mit im Boot.

Der Kreisgeschäftsführer des BRK Tirschenreuth, Holger Schedl hat sich mit den Verantwortlichen der zuständigen Krankenkasse an einen Tisch gesetzt. Mit dem Ergebnis, dass die Kasse zugesagt hat, eine Therapie in der Slowakei in dem Rahmen zu bezahlen, was eine Reha-Maßnahme in Deutschland kosten würde.

Zweimal im Jahr muss Marvin mit Begleitperson in die Slowakei. Nachdem die Kasse Reha-Maßnahmen in der Regel höchstens alle vier, ausnahmsweise zwei, Jahre genehmigt, sind hier wieder Grenzen gesetzt, so dass es ohne private Zuzahlungen nicht geht. Jede Maßnahme ist dabei neu zu beantragen.

Umso mehr freut sich Kerstin Frank, dass das Treuhandkonto ein Polster aufweist, das die nächste Reise im November ermöglicht. Sie dankt ausdrücklich allen, die sich mit allen möglichen Aktionen an der Spendenaktion beteiligen. Nachdem Marvin das einzige Kind ist, das im neuen Schuljahr am Vormittag in der Petö-Tagesstätte in Erbendorf betreut würde, hat der Träger das Angebot gestrichen. Dafür wird Marvin ab 13. September am Vormittag in der schulvorbereitenden Einrichtung der Lebenshilfe in Mitterteich aufgenommen. Mittags wird er abgeholt und nach Erbendorf in die ihm bekannte Petö-Tagesstätte gebracht, wo er weiterhin seine Anwendungen erhält.

Spenden für MarvinFür Marvin ist über den BRK-Kreisverband Tirschenreuth bei der Sparkasse Oberpfalz Nord ein Spendenkonto eingerichtet worden. IBAN: DE97 7535 0000 0011 3107 45, BIC: BYLADEM1WEN. Verwendungszweck: "Spendenaktion Marvin Frank". Alle Einzahlungen werden für die Familie verwaltet und gegen Vorlage einer offenen Rechnung direkt an die jeweiligen Stellen ausbezahlt. Eine Spendenquittung kann nicht erstellt werden, weil die Mittel nicht dem BRK zufließen, sondern ausschließlich dem dafür vorgesehenen Zweck. (tr)
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