Sicher wohnen auch im Alter

Anita Busch (Mitte) von der Kommunalen Beratungsstelle in Tirschenreuth erläuterte dem Seniorenbeirat Bärnau vielfältige Möglichkeiten zur Verwirklichung altersgerechten Wohnens. Bild: bir
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Bärnau
05.02.2016
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Der Wunsch vieler alter Menschen ist es, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. Über damit verbundene Schwierigkeiten und Lösungsansätze informierte sich jetzt der Seniorenbeirat der Stadt Bärnau. Danach folgte eine Diskussion über die Zielsetzungen des Gremiums und künftige Aktionen.

Anlaufstelle des Seniorenbeirats war die Kommunale Beratungsstelle (KBS) des Landkreises Tirschenreuth. Wohnungsberaterin Anita Busch wusste, dass es für Senioren sehr wichtig sei, eigenständig und sicher in den eigenen vier Wänden leben zu können. Doch viele in die Jahre gekommene Häuser entsprächen nicht den Anforderungen alter Menschen. Eine an deren Bedürfnissen angepasste Wohnung sowie ein insgesamt überwiegend barrierefreies Wohnumfeld komme auch Menschen mit Behinderung und jungen Familien mit Kindern entgegen.

"Wohnen im Alter beginnt schon vor der Haustüre", erklärte Anita Busch. Denn das sichere Betreten und Verlassen der Wohnung sei ein wesentlicher Punkt für ein selbstbestimmtes Leben. Sie verwies auch auf Hilfsmittel und Techniken innerhalb der Wohnung. Beeinträchtigt werde die Sicherheit etwa durch herumliegende Kabel, lose Läufer, schmale Treppen, zugestellte Stufen und zu wenige Haltemöglichkeiten.

Gute Beleuchtung


Hilfreich seien beispielsweise eine allgemein eine gute Beleuchtung, beleuchtete Handläufe und verschiedene Sitzmöglichkeiten. Weiter nannte Busch Raumspartüren, Fenstergriffverlängerungen, Raumtemperaturregler, ein gut zugängliches Bett und eine an die Bedürfnisse angepasste Küche. Als Schwachstelle erweise sich immer wieder das Bad. Hier könne ein barrierefreier Umbau zu einer langfristig guten Lösung führen. Wichtig sei auch der "Draht nach draußen", der mit Hilfe von Telefon und Notruf gesichert werde. All dies erläuterte Anita Busch anhand der Musterwohnung der Beratungsstelle.

Bei Fragen zu baulichen Möglichkeiten und technischen Veränderungen könne die KBS gerne in Anspruch genommen werden. Diese berate individuell und situationsbezogen - und das kostenlos und anbieterneutral. Laut Anita Busch gibt es auch eine Reihe von Kostenträgern und Förderprogrammen zur Anpassung der Wohnung. Diese müsse individuell geprüft werden.

Die Mitglieder des Seniorenbeirats waren sich einig, dass sämtliche Informationen auch die jüngere Generation angingen. Denn es seien oft die Kinder der Senioren oder andere jüngere Angehörige, die mit Pflege und Versorgung betraut sind. Auch Architekten und Bauherren, so der Tenor, sollten sich zeitnah einmal bei der Wohnberatungsstelle einfinden und die Musterwohnung begutachten. Bei einem anstehenden Neubau könnten sie das eine oder andere dann gleich umsetzen.

Im Anschluss an die Besichtigung der Musterwohnung in Tirschenreuth traf sich der Seniorenbeirat noch zu einer Besprechung, um über die künftige Zielsetzung zu diskutieren und Aufgaben zu definieren. Dabei kam man zu der Auffassung, dass der Seniorenbeirat kein zusätzliches Veranstaltungsprogramm erstellen sollte. Das, so meinte Vorsitzende Ingrid Leser, sei nicht die primäre Aufgabe des Beirates. Denn es gebe in Bärnau durch Vereine und Organisationen genug Angebote, auch für jung gebliebene Senioren. Leser: "Oder anders ausgedrückt: Für die Kinder von gestern, denn niemand möchte eigentlich Senior sein."

Missstände weitergeben


Der Seniorenbeirat könne gezielt immer wieder auf interessante Angebote aller Art hinweisen. Vor allem gehe es auch darum, Senioren und andere zu ermuntern, Auffälligkeiten und Missstände an die Stadt weiterzugeben. Weil immer mehr Personen mit Rollatoren unterwegs sind, wäre es nach Meinung des Gremiums angebracht, einmal darüber nachzudenken, wie man den Bärnauer Marktplatz besser "befahrbar" machen könnte. Und sollte wirklich ein seniorengerechtes Wohnen in Bärnau eingerichtet werden, sollten auf jeden Fall der Seniorenbeirat und alle mit Seniorenarbeit betrauten Organisationen hinzugezogen werden.

Mehr geworben werden sollte gerade im Winter für die von der Stadt unterstützten Fahrten zum Sibyllenbad. Man könnte hier auch einmal nachfragen, ob für die Bärnauer Gruppe eventuell ein Gymnastikkurs angeboten werden könnte. Max Gmeiner erklärte sich wieder bereit, in den Sommermonaten einen Kurs für leichtes Nordic Walking oder auch Boccia-Spiele durchzuführen. Interessierte sollten sich direkt bei ihm melden.

Weiter regte der Seniorenbeirat ein öffentliches Singen an, beispielsweise organisiert vom Männergesangverein in Zusammenarbeit mit dem OWV-Chor. Daran könnten sich dann alle Interessierten beteiligen. Derartige Veranstaltungen kämen in der Bevölkerung immer wieder sehr gut an, so das Gremium. Gedanken machen sollte sich die Stadt auch über die Einrichtung einer öffentlichen Toilette, eventuell im Zuge der möglichen Schaffung seniorengerechter Wohnungen im Umfeld des Marktplatzes.
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