Vortrag über Renten und Besteuerung
Verbesserung für alle, die viel geleistet haben

Mit einem kleinen Präsent bedankten sich Michaela Heldwein-Keim (rechts) und Josef Zant (links) von der Nachbarschaftshilfe bei Brigitte Scharf und Rainer Fischer für ihre informativen, verständlichen und kurzweiligen Vorträge. Bild: bir
Vermischtes
Bärnau
19.04.2016
54
0

Die gesetzliche Rentenversicherung sei das zentrale Versprechen des Sozialstaats, dass Arbeitnehmer im Alter von ihrer Rente leben können. Doch gilt das noch, fragen sich die Bürger. Groß war deshalb das Interesse bei der Informationsveranstaltung der Nachbarschaftshilfe zum Thema Rente.

Am vergangenen Mittwoch gaben Brigitte Scharf und Rainer Fischer im Gasthof zur Post die entsprechenden Antworten - zur Rente im Allgemeinen und natürlich auch zum oft komplizierten Steuerrecht. Die seit 2005 erhobene Rentensteuer treffe eine relativ kleine, aber jährlich wachsende Gruppe Ruheständler. Fischer: "Sie als Rentner müssen dann eine Steuererklärung abgeben, wenn ihre Jahreseinnahmen über dem Grundfreibetrag, zurzeit 8652 Euro, liegen."

Steuererklärung abgeben


Jeder Rentner müsste eine Steuererklärung abgeben, wenn das Finanzamt ihn dazu auffordert. "Erhalten Sie eine entsprechende Aufforderung, sollten Sie zügig reagieren", betonte Fischer. Das Finanzamt werde sonst die steuerliche Situation schätzen - und das kann zu empfindlichen Steuernachzahlungen führen.

"Jeder redet vom Rentenpaket, doch kaum jemand weiß was sich genau darin befindet", begann Brigitte Scharf ihre Ausführungen. Auch bisher sei es möglich, bereits mit 63 Jahren in Rente zu gehen. Nun könnten langjährig Versicherte, die mindestens 45 Jahre gearbeitet haben, aber zukünftig ohne Abschläge zwei Jahre früher in Rente gehen. Die derzeitige Regelung sei aber nur eine Übergangslösung, so Brigitte Scharf, denn das Renteneintrittsalter werde schrittweise wieder angehoben.

Wie Scharf erläuterte, werden kurzzeitige Unterbrechungen durch Arbeitslosigkeit, Zeiten der Pflege, Erziehung von Kindern sowie Schlechtwetter-, Insolvenz- oder Kurzarbeitergeld angerechnet. Nicht berücksichtigt werden dagegen Zeiten in denen Arbeitslosenhilfe oder Hartz IV bezogen wurde. Um die befürchtete Frühverrentungswelle zu vermeiden, hat der Gesetzgeber nach langer Diskussion beschlossen, dass die Zeiten des Arbeitslosengeldbezuges in den letzten zwei Jahren nicht mitgezählt wird. Allerdings gebe es auch hier Ausnahmen, etwa wenn die Firma in Insolvenz geht.

Angeschnitten wurden neben den Tücken bei der Inanspruchnahme von sogenannten 450-Euro-Jobs auch die Hinzurechnung von Nebeneinkommen zur Rentenberechnung. Dabei verwies Scharf auch auf die Einnahmen aus Photovoltaikanlagen, die bei der Rentenberechnung eine Rolle spielen. Brigitte Scharf stellte aber auch Positives, wie die Wirkung der Elternzeit zur Rentenanrechnung heraus.

Pflegegeld beantragen


Interessant waren auch die Ausführungen zum Pflegedienst. "Haben Sie keine Scheu, Pflegegeld zu beantragen", forderte sie die Zuhörer auf. Wer einen Pflegefall in der Familie habe, erwerbe unter Umständen einen Rentenanspruch, ohne Beiträge zu bezahlen. Als Pflegender sei man in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert, wenn man einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig wenigstens 14 Stunden wöchentlich zu Hause pflegt. Auch bei der Erwerbsminderungsrente werde es Verbesserungen geben, für alle, die aus gesundheitlichen Gründen früher in Rente gehen müssen. Allerdings seien die Hürden dafür sehr hochgeschraubt worden.

"Das Rentenpaket bringt Verbesserungen für Menschen, die in ihrem Leben viel geleistet haben", wusste die Referentin. Gleichzeitig helfe es denen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können oder professionelle Hilfe brauchen, um nach Krankheit oder Unfall wieder zurück in den Job zu finden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Brigitte Scharf (8)Nachbarschaftshilfe Bärnau (5)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.