Wer übernimmt die Kosten, wenn die Rente nicht mehr fürs Heim reicht?
Im Alter gut versorgt sein

Zweigstellenleiter Günter Zwerenz bedankte sich bei Brigitte Scharf mit einem kleinen Präsent. Bild: bir
Vermischtes
Bärnau
11.04.2016
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Aufklärungsarbeit zum Thema "Heimunterbringung - Wer übernimmt die Kosten, wenn die Rente nicht ausreicht?" leistete Brigitte Scharf in einem Referat in der Volksbank Bärnau. Ein Pflegeheimplatz koste schnell mal 3000 Euro und mehr, wusste Brigitte Scharf. Wer bezahlt aber, wenn Vater oder Mutter, Oma oder Opa ins Heim kommen und die Kosten dafür selbst nicht aufbringen können? Scharf erläuterte anschaulich und an vielen Beispielen aus ihrer beruflichen Praxis die verschiedenen Konstellationen. Es gebe klare staatliche Regelungen, wer in welcher Höhe Pflegeunterhalt bei einem Heimaufenthalt bezahlen müsse. Es gebe aber auch viele ungeahnte Möglichkeiten, um seinen Besitzstand wahren zu können. Wer Pflege benötige und in einem Altenheim untergebracht sei, habe meist auch eine Pflegestufe. Doch damit könnten die Heimkosten nie ganz abgedeckt werden.

Viele Bewohner hätten nicht das notwendige Geld für die Unterbringung. "Reicht die eigene Rente oder das angesparte Vermögen nicht aus, sind die leiblichen Kinder unterhaltspflichtig", erklärte Scharf. Sie seien im Ernstfall verpflichtet, ihre finanziellen Verhältnisse offenzulegen. Dabei sei es beispielsweise von Bedeutung, ob das Kind ein eigenes Haus besitze oder zur Miete wohne. Sowohl dem Pflegebedürftigen als auch seinen unterhaltspflichtigen Angehörigen steht ein Schonvermögen zu, das nicht zur Berechnung der selbst zu bezahlenden Kosten für das Heim hinzugenommen werden darf.

"Doch keinem Kind wird das Wohnhaus weggenommen, wenn die Eltern ins Altenheim müssen", beruhigte Brigitte Scharf ihre Zuhörer. Das verwertbare Vermögen werde genau ermittelt. Auch müsse ein Nachweis über verschenkte Vermögenswerte in den zurückliegenden zehn Jahren vorgelegt werden. "Noch schnell Geld vom Sparguthaben abheben bringt nichts" warnte Scharf, "das muss zurückgezahlt werden." Ein Kind dürfe aber wegen der Einweisung der Eltern in ein Pflegeheim nicht zum Sozialfall werden.
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