40-Jähriger mit Geständnis bei Prozess in Augsburg
Kinderarzt: 21 Buben sexuell missbraucht

Archiv
Bayern
24.11.2015
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Ein Kinderarzt hat vor dem Augsburger Landgericht den sexuellen Missbrauch von 21 Jungen zugegeben. Die Verdachtsfälle reichen bis ins Jahr 1998 zurück. Am ersten Prozesstag am Montag sagte der 40-Jährige, in der Untersuchungshaft und durch Gespräche mit einem Gutachter sei er zu der Überzeugung gekommen, dass es nur den Weg gebe, die ihm vorgeworfenen Taten "vollständig einzuräumen". Die Staatsanwältin hatte zuvor rund zwei Stunden lang die Vorwürfe gegen den Mann aufgelistet. Demnach hatte der Mediziner die unter 14 Jahre alten Buben in Augsburg und München in Tiefgaragen oder Keller gelockt, um sich an ihnen zu vergehen.

Der Augsburger wurde gefasst, nachdem er im August 2014 im niedersächsischen Garbsen einen Fünfjährigen entführt und missbraucht hat. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Wenige Wochen danach wurde der Mann festgenommen. In weiteren Fällen soll er sich an den Söhnen von zwei Freundinnen vergangen haben. Dabei soll er auch im Urlaub die Kinder missbraucht haben, Tatorte waren laut Staatsanwaltschaft Hotels in Nürnberg und im US-amerikanischen Orlando in Florida sowie ein Freizeitpark im rheinischen Brühl. Zudem soll der Mann seine Tätigkeit als Chefarzt des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ausgenutzt haben, um unter Vorwand Ausflüge für Grundschüler anzubieten, um sich an ihnen zu vergehen. Dem Mann drohen bis zu 15 Jahre Haft, nach Ansicht der Staatsanwältin kommt auch Sicherungsverwahrung in Betracht.

Der 40-Jährige hatte als Kinderarzt im Klinikum Augsburg und zuletzt an der Medizinischen Hochschule Hannover gearbeitet, zwischenzeitlich war er auch am Deutschen Herzzentrum in München tätig. Die Staatsanwaltschaft hat die Fälle in zwei Anklagen aufgelistet. In vielen Fällen soll der Mann die Opfer auch fotografiert und die Bilder gespeichert haben. Das Gericht hatte für den Prozess bis kommenden März ursprünglich 30 Verhandlungstage eingeplant.
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