59-Jähriger ertränkt demente Mutter in der Wanne
Er wollte "endlich Ruhe"

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Bayern
30.09.2014
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Der Sohn einer leicht an Demenz erkrankten Frau hat vor dem Münchner Landgericht zugegeben, seine Mutter in der Badewanne ertränkt zu haben. Auslöser für die Gewalttat Ende Oktober 2013 war ein harmloser Streit: Die 85-jährige Frau wollte sich nicht die Haare waschen lassen. Es sei ihm "nur darum gegangen, endlich seine Ruhe zu haben", betonte die Staatsanwaltschaft am Montag. Sie wirft dem 59-jährigen Angeklagten Mord vor.

Der Arbeitslose war der einzige Sohn der Witwe und praktisch ihr Pfleger, als sie zunehmend gebrechlich wurde. Beim regelmäßigen Baden in ihrem Reihenhaus kam es nach seiner Darstellung immer wieder zum Streit um die ihr lästige Haarwäsche.

Seinen eigenen Gesundheitszustand schilderte der Angeklagte als schlecht. Nach einer Schilddrüsenoperation Anfang 2013 habe er heftig auf die Narkose reagiert und Krämpfe bekommen. Als er aus dem Krankenhaus geflohen und per Rettungshubschrauber zurückgebracht worden sei, "hätte es der Arzt am liebsten gesehen, wenn ich in die Nervenheilanstalt gekommen wäre". Er habe Kontakt zu Verstorbenen im Jenseits, behauptete der 59-Jährige. Es gehe ihnen gut, hätten sie ihm gesagt. Der Prozess dauert an.
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