Ab Dienstag können Websites mit ".bayern" enden
Weiß-blaue Inseln im Netz

Ab Dienstag gelten die neuen Toplevel-Domains. Dann können Websites mit ".bayern" enden. (Bild: dpa)
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Bayern
29.09.2014
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Im Internet hat Bayern ab Dienstag eine eigene Endung: Neben .de oder .com können Websites nun auch den Webadressen-Anhang .bayern bekommen. Und der soll nicht nur als Werbegag dienen, sondern gerade Unternehmen einen echten Vorteil bringen.

Mit einem symbolischen Knopfdruck im Münchner Presseclub schaltete am Montag Finanzminister Markus Söder die vom Internet-Regulierer Icann nun zugelassene sogenannte Top-Level-Domain frei. Für bayerische Regionen, Unternehmen, Vereine oder Bürger besteht nun die Möglichkeit, statt den bisher gebräuchlichen Internet-Adressendungen ".de" oder ".com" ihre regionale Herkunft sichtbar zu machen.

Mit ".bayern" schaffe man einen regionalen Anker im weltweiten Netz, so Söder. "Heimat findet jetzt auch im Internet statt." Dies sei aber keine "schottische Variante" und bedeute nicht die Abspaltung des Freistaats von Deutschland im Internet. Wer will, könne auch bei der ".de"-Adresse bleiben, die neue Endung sei ein freiwilliges Angebot. Ab heute Mittag könnten sich Unternehmen und Bürger ihre Internetadresse mit der Endung ".bayern" registrieren lassen.

Besser zu finden

Internetexperten sehen in der neuen Domain einen Marketingbonus für den Freistaat. Vor allem für Unternehmen und Tourismusbetriebe könnten daraus Vorteile bei der Werbung erwachsen. "Bayern ist eine Marke in der Welt, die neue Domain ist für Unternehmen ein echter Mehrwert", zeigte sich Söder überzeugt. Es sei davon auszugehen, das Teilnehmer mit der neuen Endung auf den Trefferlisten von Internetsuchmaschinen spürbar nach oben rücken würden. Hintergrund der neuen Domain-Zulassung ist die zunehmende Verknappung freier Internetadressen mit den Endung "de" und ".com", erläuterte der Geschäftsführer des Domain-Registrars United Domains, Markus Eggensperger. Für bayerische Nutzer würden damit wieder prägnante Domainnamen frei.

49 Euro pro Jahr

Laut Eggensperger gibt es bereits rund 45 000 unverbindliche Vorbestellungen für die Domain ".bayern". Mit 49 Euro pro Jahr sind die Kosten dafür allerdings deutlich höher als für herkömmliche Domains. Ungeachtet dessen empfahl Söder auch bayerischen Behörden und Kommunen, sich eine ".bayern"-Domain zu sichern. Das Finanzministerium ist bereits seit Montag unter der neuen Adresse erreichbar. "Für ein High-Tech-Land wie Bayern wäre es ein Fehler, nicht dabei zu sein", erklärte Söder. Vom Erfolg der neuen Domain profitiert der Freistaat auch direkt. Die Bayern Connect GmbH als Betreiber der neuen Domain muss einen Teil ihrer Gewinne an die Staatskasse abführen.
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