Ärztin sagt im Prozess um krankes Flüchtlingskind aus: Es ging um Minuten
Hilfe im letzten Moment

Das Flüchtlingskind mit seinen Eltern im Gericht. Archivbild: dpa
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Bayern
07.05.2015
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Verzweifelt haben die Ärzte um das Leben eines schwer erkrankten Kindes aus der Flüchtlingsunterkunft in Zirndorf gekämpft - dies wurde am zweiten Tag des Berufungsprozesses gegen zwei Mitarbeiter der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung deutlich. Ihnen wird vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen, weil sie dem damals Eineinhalbjährigen rasche Hilfe verweigert haben sollen. Letztlich überlebte der Junge nur knapp, wie eine Ärztin der behandelnden Kinderklinik am Mittwoch schilderte. Generell gelte bei einer solchen Meningokokken-Infektion, bei der das Gewebe abstirbt, dass die Kinder nur dann eine kleine Überlebenschance hätten, wenn sie so schnell wie möglich behandelt würden.

Doch die Mitarbeiter der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung (ZAE) riefen im Dezember 2011 keinen Notarzt. Stattdessen schickten sie die Familie zu einer knapp zwei Kilometer entfernten Kinderärztin - zu Fuß. In einem ersten Prozess waren daher zwei Wachtmeister und eine Angestellte des Gesundheitszentrums in der ZAE wegen fahrlässiger Körperverletzung beziehungsweise unterlassener Hilfeleistung zu Geldstrafen verurteilt worden. Ursprünglich war für Mittwoch das Urteil erwartet worden, die Beweisaufnahme zog sich aber hin.
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