"Alles auf den Tisch"

Eier aus Niederbayern könnten die Ursache des Salmonellen-Ausbruchs sein. Bild: dpa
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Bayern
22.05.2015
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Hunderte Menschen in Europa erkrankten im vergangenen Sommer an einer Salmonellen-Infektion, zwei Männer starben in Österreich und Großbritannien. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun in Niederbayern.

Derzeit lägen keine gesicherten Erkenntnisse vor, dass durch die Eier der niederbayerischen Firma Menschen zu Schaden gekommen seien, betonte Oberstaatsanwalt Theo Ziegler. Sollte sich der Verdacht jedoch erhärten, würden die Ermittlungen auf fahrlässige Tötung ausgeweitet. Am Dienstag hatten Ermittler Geschäftsräume durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Von der Firma aus Aiterhofen (Kreis Straubing-Bogen) gab es zunächst keine Stellungnahme. Bayern-Ei hält an vier Standorten in Deutschland etwa eine Million Hühner. Tierschützer kritisieren, dass das Unternehmen sämtliche Legehennen in Kleingruppenkäfigen hält. Der jetzige Fall belege, dass diese Haltungsform weder tierschutzkonform noch hygienisch sei, teilte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, am Donnerstag mit. Er forderte ein Verbot der Kleingruppenkäfige.

Nicht schnell gehandelt

Laut dem BR- und SZ-Bericht gingen im Juli Salmonellose-Warnungen aus dem Ausland beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein. Die Behörden sollen zögerlich reagiert haben. Mutmaßlich verseuchte Eier sollen nicht zurückgerufen worden sein. Das LGL wies die Vorwürfe zurück: Für eine öffentliche Warnung vor Eiern aus dem betroffenen Betrieb habe es in Bayern zu keinem Zeitpunkt die Voraussetzungen gegeben.

"Was denkt sich das LGL? Dass es egal ist, ob Leute krank werden oder sterben, solange keine bayerischen Bürger betroffen sind?", fragte die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Rosi Steinberger. "Die Umstände müssen lückenlos aufgeklärt werden - Haltungsbedingungen, Betriebskontrollen, Rolle der Aufsichtsbehörde: Alles muss auf den Tisch." Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass bayerische Behörden eklatant versagt hätten, dann dürfe das nicht ohne Konsequenzen bleiben, forderte auch der bayerische SPD-Verbraucherschutzpolitiker Florian von Brunn: "Wir dürfen und werden es nicht zulassen, dass bayerische Produkte eines zweifelhaften industriellen Tierhalters Menschenleben kosten, Tierquälerei in großem Umfang betrieben wird und der Ruf Bayerns dadurch nachhaltig Schaden nimmt."
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