Alpenplan in Gefahr

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Bayern
10.03.2015
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Überlegungen für neue Lifte und Skipisten im Allgäu sind Naturschützern ein Dorn im Auge. Sie befürchten, dass der Alpenplan zu Fall gebracht wird. Zudem sehen sie eine Gefahr für die vom Aussterben bedrohten Birkhühner.

Die Alpenschutzkommission CIPRA Deutschland und ihre Mitgliedsorganisationen haben starke Vorbehalte gegen Planungen für neue Liftanlagen und Skipisten am Riedberger Horn im Allgäu.

Um dort Erschließungen realisieren zu können, drohe ein Abweichen vom Alpenplan in der Zone C, teilten die Naturschützer am Montag in München mit. In diesem Fall wäre der Alpenplan nach 40 Jahren unveränderter Gültigkeit mit einem Präzedenzfall ausgehebelt. Zuständig für ein solches "Zielabweichungsverfahren" ist das Ministerium für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat von Minister Markus Söder (CSU). "Sollte nun der Bau einer Bergbahn in der Schutzzone C genehmigt werden, käme das einem Dammbruch mit unabsehbaren Folgen für den gesamten bayerischen Alpenraum zu Lasten des Alpenschutzes und des Gemeinwohls und zur Freude einiger weniger Profiteure gleich", sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz (BN) in Bayern, laut Mitteilung. Das Riedberger Horn im Oberallgäu ist ein beliebtes Ziel für Skitourengeher im Winter und Wanderer im Sommer. Trotzdem konnte laut BN in der Vergangenheit eine Balance zwischen Naturschutz und Tourismus gefunden werden.

Mit einem Federstrich

Die Naturschützer sorgen sich auch um die bedrohten Birkhühner. "Es kann nicht sein, dass Bayern auf der einen Seite Gelder in Artenschutzprogramme investiert, als Vorzeigeland für den Erhalt der Biodiversität gilt und auf der anderen Seite mit einem Federstrich ein Gebiet aus der Schutzzone des Alpenplanes streicht, das für den Fortbestand von Birkhühnern im gesamten Oberallgäu von eminenter Bedeutung ist", sagte Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz.
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