Anwalt räumt ein, getäuscht worden zu sein: Nebenklägerin existiert gar nicht - Richter Götzl ...
Phantom-Zeugin beim NSU-Prozess

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Bayern
05.10.2015
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Im Münchner NSU-Prozess ist eine Frau als Opfer und Nebenklägerin zugelassen, die nach Aussage ihres Anwalts "nach aktuellem Kenntnisstand" gar nicht existiert. Er sei von einem anderen vermeintlichen Opfer des Bombenanschlags an der Kölner Keupstraße im Jahr 2004 getäuscht worden, ließ der Jurist Ralph Willms am Freitag über seinen Rechtsbeistand mitteilen.

Willms vertritt die offenbar erfundene Mandantin seit Beginn des NSU-Prozesses im Mai 2013. Nach Informationen von "Spiegel Online" soll er Anzeige erstattet und sein Mandat niedergelegt haben.

Das Oberlandesgericht (OLG) München konnte das noch nicht bestätigen. Beim Senat sei bis Freitagnachmittag keine Erklärung Willms' eingegangen, hieß es. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl hatte Willms am Dienstag in der öffentlichen Verhandlung aufgefordert, zu klären, wo sich seine Mandantin aufhält. Er habe mehrmals vergeblich versucht, sie als Zeugin zu laden.

Schlüsselfigur in der Angelegenheit soll ein anderer Nebenkläger sein, der geltend macht, zu den Opfern des Kölner Nagelbombenanschlags vom 9. Juni 2004 zu gehören. Auch er ist im NSU-Prozess vertreten.

Bei diesem Bombenanschlag waren 22 Menschen teils schwerverletzt worden. Als Täter gelten die NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Im NSU-Prozess muss sich Beate Zschäpe als mutmaßliche Mittäterin verantworten.
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