Attentat im Münchner Bürgerbräukeller: Vor 75 Jahren schaffte es Johann Georg Elser beinahe, ...
Alleine gegen Adolf Hitler

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Bayern
08.11.2014
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Am 8. November 1939 nehmen um 20.45 Uhr zwei Zöllner in Konstanz einen 36-Jährigen fest, der in die Schweiz will. Schreinergeselle Johann Georg Elser (1903-1945) hat ein Abzeichen des kommunistischen "Roten Frontkämpferbunds", Teile eines Zeitzünders und eine Ansichtskarte des Münchener Bürgerbräukellers bei sich. Darauf wissen sie sich keinen Reim zu machen, auch nicht auf Elsers geschwollene und vereiterte Knie.

Eine halbe Stunde danach verwüstet eine Bombe den Bürgerbräukeller, in dem die Nazis am Vorabend des 9. November ihres gescheiterten Putsches von 1923 gedenken, und tötet acht Menschen. Die Explosion begräbt ein Rednerpult unter Trümmern. Keine Viertelstunde zuvor hatte dort noch Adolf Hitler gestanden. Ihm galt die Bombe. Wegen schlechten Wetters musste dieser den Zug nehmen und verlässt den Bürgerbräukeller daher früher als geplant.

Elser fasst seinen Entschluss nach dem Münchner Abkommen im September 1938, als Hitler die Abtretung des Sudetenlandes erpresst. Für ihn ist klar, dass der Diktator Krieg will. Er hatte dabei moralische, kaum ideologische Gründe, erklärt Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand:"Bei dieser Tat steht eindeutig die Ablehnung des Kriegs im Vordergrund. Elser habe lange sein Gewissen befragt, ob seine Tat gerechtfertigt sei. Sie sei "keine Sünde im Sinne der protestantischen Lehre", beharrt er im Verhör. "Ich wollte ja durch meine Tat ein noch größeres Blutvergießen verhindern."

Für Elser ist der Bürgerbräukeller der perfekte Ort, Hitler und die gesamte NS-Spitze zu töten. Der Handwerker aus Königsbronn plant seine Tat detailliert, um unbeteiligte Opfer auszuschließen. Elser erkennt eine Säule hinter dem Rednerpult als idealen Ort für eine Bombe. In einer Armaturenfabrik und in einem Steinbruch stiehlt er nach und nach Teile, die er für den Anschlag benötigt. Den Sprengstoff testet er im Obstgarten seiner Eltern. Mehr als 30 Abende besucht Elser den Bürgerbräukeller und versteckt sich bis Betriebsschluss in einer Kammer. Nächtelang höhlt er die Säule in mühevoller Kleinarbeit aus, um die selbst gebaute Bombe zu installieren. Per Zeitzünder explodiert die pünktlich um 21.20 Uhr - 13 Minuten zu spät.

Die Gestapo steckt Elser zunächst ins KZ Sachsenhausen, später nach Dachau. Kurz vor Kriegsende gibt Hitler den Befehl, Elser zu ermorden. Am 9. April stirbt der einsame Widerstandskämpfer durch Genickschuss.
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