Baby-Mord: Mutter gilt als schuldfähig

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Bayern
20.11.2014
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Die Mutter aus Oberfranken, die vor mehr als 25 Jahren ihre beiden Säuglinge in Bad Alexandersbad getötet haben soll, ist nach Ansicht eines psychiatrischen Gutachters voll schuldfähig. Es gebe keine Hinweise auf eine Erkrankung, sagte der Sachverständige Thomas Wenske am Mittwoch im Mordprozess vor dem Landgericht Hof.

Vergebens hatte der Vorsitzende Richter Matthias Burghardt an die Angeklagte appelliert, sich zu den Vorwürfen zu äußern: Die 53-Jährige schwieg auch am Mittwoch. Stattdessen stellte ihr Verteidiger Jürgen Schmidt wegen des Appells einen Befangenheitsantrag gegen den Richter, der aber zurückgewiesen wurde. Der Verteidiger beantragte anschließend die Aussetzung des Verfahrens und die Aufhebung des Haftbefehls.

Die Anklage wirft der Frau vor, sie habe die beiden Babys nach der heimlichen Hausgeburt unversorgt sterben lassen und im Garten eines Anwesens in Bad Alexandersbad vergraben. Sie habe bereits vier Kinder gehabt, das Gerede der Leute gefürchtet und die Kosten für zwei weitere Kinder nicht hinnehmen wollen. Erst vor einem Jahr waren die stark verwesten Leichen bei Bauarbeiten entdeckt worden. Seither sitzt die 53-Jährige in Untersuchungshaft. Der Prozess wird fortgesetzt.
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