"Bairische Sprachwurzel" für Brüder Well - Kein "bayerntümelndes Folklore-Eck"
Weltoffen, frech, originell

Gut drauf: Musiker Christoph Well ("Stofferl") springt bei der Preisverleihung in die Höhe. Bild: dpa
Archiv
Bayern
10.08.2015
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Nach den "Wellküren" sind nun auch deren Brüder Michael, Christoph ("Stofferl") und Karli Well Träger der "Bairischen Sprachwurzel". Die drei Musiker und deren Kinder Maria, Matthias und Maresa ("NouWell Cousines") erhielten die nicht mit einem Geldbetrag verbundene Auszeichnung am Sonntag beim Gäubodenvolksfest in Straubing für ihr unerschütterliches Festhalten am Dialekt. Der Name Well sei im deutschsprachigen Raum Garant für den Gebrauch des Dialekts, sagte der Vorsitzende des "Bundes Bairische Sprache", Sepp Obermeier, beim Überreichen der Glasskulptur. Die Well-Brüder ließen sich nicht in ein bayerntümelndes Folklore-Eck stellen.

Der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim, Prof. Ludwig M. Eichinger, sieht den Dialekt als moderne Alltagssprache auf Augenhöhe mit der Standardsprache. "Dialekt spricht man, wenn überhaupt, dann im Gegensatz zu früher bewusst, weil man etwas damit verbindet", sagte Eichinger. "Man kann damit verbinden, was die Ausgezeichneten in ihrem künstlerischen Wirken demonstrieren: Weltoffenheit, Liberalität, Originalität, frech-subversives Infragestellen von Autoritäten und Gewohnheiten."

Bisherige Preisträger sind unter anderem der emeritierte Papst Benedikt XVI., die Kabarettistin Luise Kinseher und der Regisseur Markus H. Rosenmüller.
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