Baubeginn für Ortsumfahrung von Oberau nahe Garmisch - Kosten: 200 Millionen Euro
Blechlawine kanalisieren

Symbolischer Spatenstich: Garmisch-Partenkirchens Landrat Toni Speer (Freie Wähler), Landtagsabgeordneter Harald Kühn, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Oberaus Bürgermeister Peter Imminger und Verkehrsstaatssekretär Gerhard Eck (alle CSU, von links). Bild: dpa
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Bayern
02.09.2015
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Baubeginn für die seit langem geplante und nicht nur von den Einheimischen herbeigesehnte Ortsumfahrung von Oberau bei Garmisch-Partenkirchen: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt kam am Dienstag mit dem bayerischen Verkehrsstaatssekretär Gerhard Eck (beide CSU) zum ersten Spatenstich für das 200 Millionen Euro teure Projekt in seinen Wahlkreis. Ende 2021 soll es fertig sein und damit ein Nadelöhr zwischen der A 95 und dem Tourismusziel Garmisch-Partenkirchen beseitigen.

Kernstück der 4,2 Kilometer langen vierstreifigen Umfahrung ist ein 3 Kilometer langer Tunnel mit je zwei Fahrspuren in beide Richtungen. Bei der Trassenwahl mussten Naturschutz- und Wasserschutzgebiete berücksichtigt werden. So kommt das Trinkwasser für die Landeshauptstadt München teils aus der Region. Die geologischen und hydrologischen Verhältnisse in der Gebirgsregion sind für die Tunnelbauer eine technische Herausforderung. Teils liegen über der Trasse stark wasserdurchlässige Gesteinsschichten.

Mit dem längst fertiggestellten Tunnel bei Farchant im Süden und dem geplanten vierspurigen Ausbau zwischen Eschenlohe und Oberau im Norden werde eine leistungsfähige Straßenverbindung von der A95 nach Garmisch-Partenkirchen geschaffen, ist sich die Autobahndirektion Südbayern dennoch sicher. Die Ortsdurchfahrt von Oberau werde dadurch stark entlastet.

Die Bewohner der gut 3000 Einwohner zählenden Gemeinde kämpften jahrzehntelang für die Umfahrung. Das Projekt, für das längst Baurecht bestand, wurde aber noch einmal zurückgestellt, als Garmisch-Partenkirchen zusammen mit München als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018 scheiterte. Andernfalls wäre das Geld dafür schneller geflossen.

Vor allem an Wochenenden wälzt sich eine unaufhörliche Blechlawine durch den Ort. Im Durchschnitt fahren nach Berechnungen der Autobahnbehörde am Tag rund 26 000 Autos, Busse und Laster durch Oberau. An den Wochenenden sind es deutlich mehr - lange Staus auf der Bundesstraße 2 sind die Folge.
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