Bayern brennt

Mathias Krönert, Fachberater für Brennereiwesen an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, auf der Brenner-Messe "Desta" mit einem Glas Zwetschgenbrand. Bild: dpa
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Bayern
07.11.2015
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Schnaps brennen hat längst nichts mehr mit heimlicher Panscherei im Hinterhof zu tun. Im Gegenteil: Die Brennerszene im Freistaat spürt im Moment einen enormen Aufwind.

"Es ist unheimlich viel Bewegung in der Branche, weil die Destillate sehr stark nachgefragt sind", sagte Mathias Krönert von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Vor allem junge Leute hätten ein großes Interesse an den Produkten. "Man legt heute großen Wert auf Qualität."

Franken im Fokus

In Bayern gibt es dem LWG-Experten zufolge mindestens 3100 Schnaps- und Whiskeybrennereien. Die meisten von ihnen, nämlich rund 1700, sind in Franken aktiv. Und während in Franken vor allem Kirschen, Zwetschgen und Korn verarbeitet werden, liegt am Bodensee der Schwerpunkt auf dem Apfel und in Südostbayern kommen vor allem der klassische Obstler und Schnäpse aus Quitte und Vogelbeeren ins Glas. Die Produkte der bayerischen Brenner müssten sich auf dem Markt nicht verstecken, sagt der bayernweit einzige Fachberater für Brennereiwesen. Er und seine Kollegin sollen den Schnapsbrennern bei der Herstellung und der Vermarktung auf die Sprünge helfen. Denn: "Obwohl sie sehr gute Qualität anbieten, verkaufen sich die Brenner in Bayern deutlich unter Wert", sagt Krönert.

Messe für Hochprozentiges

"Da muss noch viel getan werden. Denn die Nachfrage ist hoch", sagt der LWG-Experte weiter. Derzeit gebe es in den Großstädten große Nachfrage nach Gin. "Auch Whiskey ist nach wie vor sehr stark nachgefragt, und danach kommt gleich der regionale Rum." Sein Fazit: "Die Leute kaufen lieber weniger und dafür gutes aus der Region."

In Volkach in Unterfranken präsentieren sich am Wochenende bayerische Brenner auf der zweitägigen Messe "Desta". Die bayernweit einzige Brenner-Messe richtet sich an Verbraucher und Fachbesucher.
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