Beamte bald blau im Einsatz

Adolf Gräf, Polizeioberkommissar aus Vohenstrauß (Kreis Neustadt/WN), gehört zu den 500 Beamten, die die neuen blauen Uniformen getestet haben. Bild: ck
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Bayern
26.03.2015
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Grün ist passé: Die bayerischen Polizisten werden künftig in blauen Uniformen auf Streife gehen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den uniformierten Einsatzkräften der Polizei.

23 167 der insgesamt 27 567 Beamten in Uniform haben sich an der Abstimmung beteiligt, 68,9 Prozent davon votierten gegen das bisher getragene Grün. "Das ist eine sehr klare Entscheidung", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Landtag. Auch mehr als 64 Prozent der 5500 Justizvollzugsbediensteten sprachen sich für den Farbwechsel zu Blau aus. "Damit ist klar: Bayerische Polizei und Justiz werden künftig in blauen Uniformen ihren Dienst tun", sagte Herrmann. Die bisherigen grünen Uniformen würden nach mehr als 40 Jahren den aktuellen Anforderungen nicht mehr genügen.

Wie die neuen Uniformen konkret aussehen werden, soll in den kommenden Wochen entschieden werden - wenn der seit August laufende Trageversuch abgeschlossen ist. Insgesamt 500 Beamte haben seit dem Sommer mehrere Varianten der neuen Berufsbekleidung im Dienst auf ihre Praxistauglichkeit hin getestet. Nach Auswertung der bisher eingegangenen und ausgewerteten Fragebögen hat dabei die Kollektion der österreichischen Bundespolizei mit mehr als 90 Prozent positiven Rückmeldungen die höchsten Zustimmungsraten bezüglich Tragekomfort, Stoffqualität, Außendiensttauglichkeit und frauengerechtem Schnitt erhalten. "Unser Ziel ist die größtmögliche Arbeitszufriedenheit der Einsatzkräfte", betonte Herrmann. "Wir wollen unserer Polizei ein modernes Outfit geben." Vor allem Polizistinnen waren mit dem wenig figurbetonten Schnitt der alten Uniformen unzufrieden.

Demnach werden nun neben praktischen Details wie etwa dem Schnitt der Hosentaschen oder der Zugriff zu Einsatzmitteln am Gürtel auch noch letzte modische Fragen geklärt. Offen ist zum Beispiel, ob an den Hosen das farbig abgesetzte zweistreifige Ripsband bestehen bleibt.

Bezüglich der Ausgehuniform sieht Herrmann ebenfalls eine Vorentscheidung getroffen. Auch hier hatte das österreichische Modell die meiste Zustimmung gefunden. Statt des dort traditionell üblichen Stehkragens werden die bayerischen Uniformen aber wohl einen normalen Reverskragen erhalten. Herrmann kündigte zudem an, dass auch die Polizeifahrzeuge schrittweise auf Blau umgestellt werden. Neufahrzeuge würden künftig in der Farbe angeschafft.

Die Umstellung der Uniformen soll noch im Sommer mit einer europaweiten Ausschreibung beginnen. Die Anschaffungskosten bezifferte Herrmann auf voraussichtlich 33 Millionen Euro - das würde rund 1000 Euro pro Beamten entsprechen. Die Auslieferung der neuen Modelle soll ab Ende 2016 beginnen und rund 18 Monate dauern. In dieser Übergangszeit werden gemischtfarbige Streifen unterwegs sein. Den Vertrieb werde das landeseigene Logistik-Zentrum Niedersachsen übernehmen, das in dieser Frage bereits Erfahrungen habe, berichtete Herrmann. Die Kooperation sei erheblich kostengünstiger, als wenn Bayern selbst eine entsprechende Organisation aufbauen müsste. (Angemerkt)
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