Bilanz: Baumschäden durch Wildtierverbiss gehen zurück - Abschüsse erhöhen
"Wald geht vor Wild"

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Bayern
13.11.2015
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Die Verbissschäden, die Rehe, Hasen und Hirsche in den Wäldern der Oberpfalz verursachen, sind im Vergleich zum Jahr 2012 weniger geworden. Zu diesem Ergebnis kommt das forstliche Gutachten zur Verbisssituation in den bayerischen Wäldern, das Agrarminister Helmut Brunner im Landtag vorgestellt hat. Demnach gilt die Lage momentan in zwei Dritteln der rund 100 Oberpfälzer Hegegemeinschaften als "tragbar" oder "günstig", das sind zehn Prozentpunkte mehr als vor drei Jahren. Um die positive Bilanz zu halten, empfiehlt das Gutachten aber auch, in einigen Bereichen die Abschusszahlen wieder zu erhöhen.

Höhere Abschusszahlen

Laut Gutachten ist die aktuelle Verbisssituation nur im Bereich des Truppenübungsplatzes Hohenfels deutlich zu hoch. Nicht mehr tolerable Verbisswerte gibt es zudem unter anderem in Teilen des Kreises Amberg-Sulzbach sowie vor allem im Süden des Bezirks. In der nördlichen Oberpfalz wird die Situation überwiegend als "tragbar" eingestuft.

Als "günstig" weist das Gutachten die Lage im Raum Mitterteich und bei Brand im Kreis Tirschenreuth aus, zudem südlich von Weiden und im Raum Schwandorf. In diesen Regionen können die bisherigen Abschusszahlen auch beibehalten und zum Teil sogar gesenkt werden. Für knapp die Hälfte der Oberpfälzer Hegegemeinschaften werden jedoch höhere Abschusszahlen empfohlen.

Bayernweit ist die Lage im Vergleich zu 2012 nahezu stabil geblieben. Die Verbisssituation hat sich laut Brunner nur um einen Prozentpunkt zulasten der als "tragbar" oder "günstig" bewerteten Hegegemeinschaften verschoben. Brunner sprach von einer "insgesamt zufriedenstellenden Entwicklung". Er appellierte aber an die Jagdverantwortlichen, im Jagdeifer nicht nachzulassen. "Wir werden denen noch deutlicher auf die Finger schauen, die seit Jahren ihre Abschussziele verfehlen", kündigte Brunner an. In Regionen mit positiver Entwicklung will der Minister die Verfahren dagegen vereinfachen und die Gebühren für die Abschlussplanung senken.

Bejagung von Schalenwild

Der Präsident des bayerischen Jagdverbandes, Jürgen Vocke, erklärte, das Gutachten zeige, dass die Jäger in Bayern "Lob und Anerkennung verdienen". Um die Ziele beim Waldumbau zu erreichen, bräuchten diese aber auch die Mithilfe der Waldbesitzer. "Allein der Abschuss löst keine Probleme im Wald", betonte Vocke.

Eine noch konsequentere Bejagung des Schalenwilds wie Rotwild oder Damwild forderte der SPD-Abgeordnete Horst Arnold. Die Situation habe sich seit 2012 trotz aller Appelle Brunners nicht verbessert. "Hier wird ein gesetzwidriger Zustand verwaltet", meinte Arnold unter Verweis auf das im Waldgesetz verankerte Gebot "Wald vor Wild".
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