Bundesweite Aktionen für Presse- und Religionsfreiheit
Muslime mit Mahnwachen

Signale in der Moschee (dpa) Finanzminister Markus Söder (rechts) besuchte am Donnerstag mit dem Generalkonsul der Türkei, Asip Kaya, die Eyüp-Sultan-Moschee in Nürnberg. Die Muslime haben dabei die Anerkennung ihrer Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts gefordert. "Wir brauchen mehr Unterstützung, um Jugendlichen den richtigen Weg zu zeigen", sagte Fikret Bilir vom islamischen Ditib-Verein. Bild: dpa
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Bayern
17.01.2015
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Mit Mahnwachen haben Muslime in München und Nürnberg klar Stellung für Presse- und Religionsfreiheit bezogen. Vor dem Redaktionsgebäude der "Nürnberger Nachrichten" versammelten sich am Freitagnachmittag nach Angaben des örtlichen Ditib-Vorsitzenden Fikret Bilir etwa 200 Menschen. In München kamen etwa 35 Gläubige zu einer Mahnwache vor dem Bayerischen Rundfunk zusammen. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) hatte deutschlandweit zu Mahnwachen nach den Freitagsgebeten aufgerufen.

In München hielten einige Menschen Schilder mit der Aufschrift "Mit dem Namen des Gerechten" in den Händen. Aykan Inan, bayerischer Landesvorstand der Ditib, betonte: "Wir Muslime wollen die Presse schützen, wir treten hier für Meinungs- und Pressefreiheit ein".

"Jeder Punkt verwundet"

Der Imam der Nürnberger Eyüp Sultan Moschee, Talha Dogan, sagte in seiner Freitagspredigt: "Vom Osten bis zum Westen, vom Norden bis zum Süden ist jeder Punkt der islamischen Welt verwundet." Erlebte und "niemals vom Islam zu akzeptierende Ereignisse und Terrorangriffe" fügten den Muslimen und dem Islam Schaden zu. Sie würden das Islambild in den Köpfen und die Sympathie zum Islam zunichtemachten. Zudem würden die Sicherheit der mehr als 30 Millionen Muslime in Europa und die Kultur des Zusammenlebens gefährdet sowie die Nachbarschaft und die Begegnung mit den Nachbarn erschwert.

Vor dem Springer-Haus in Berlin versammelten sich rund 50 Vertreter von Ditib. "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann dankte ihnen für ihr Bekenntnis zu den Freiheitsrechten und die Absage an Gewalt. Rund 50 Menschen kamen in Hamburg vor das "Spiegel"-Hochhaus und die "Hamburger Morgenpost". Auf die "Mopo" war am Sonntag ein Brandanschlag verübt worden. Die Polizei schloss dabei einen Zusammenhang mit den Anschlägen in Frankreich nicht aus.

Im Halbkreis

In Köln stellten sich rund 60 Muslime vor der RTL-Zentrale im Halbkreis auf. Ditib-Generalsekretär Bekir Alboga legte Blumen für die Opfer der Pariser Anschläge nieder. NRW-Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) sagte vor den "Ruhr Nachrichten" in Dortmund, Terror kenne keinen Gott, "vor allem keinen lieben".
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