"Bunt is gsund - Koabagida"

Rund 20 000 Demonstranten gingen in München gegen die Pegida-Bewegung auf die Straße. Bild: dpa
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Bayern
13.01.2015
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Es ist ein unübersehbares Zeichen gegen die anti- islamische Pegida-Bewegung - und gegen den blutigen Terror in Frankreich: Viele Tausend Menschen sind in München gegen Rassismus und Gewalt auf die Straße gegangen. Auch in anderen Städten wurde demonstriert.

Rund 20 000 Menschen haben am Montagabend in München gegen das Anti-Islam-Bündnis Pegida demonstriert und der Opfer der Terrorattacken in Paris gedacht. "Wir stehen hier, weil wir das Feld nicht denen überlassen wollen, die versuchen, unsere Gesellschaft zu spalten", rief der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der Kundgebung. "Wir stehen auf, gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt."

Ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Antifa-Gruppen hatte den Aufruf unter dem Motto "München ist bunt" unterstützt. Thema waren auch die Anschläge auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" in Frankreich. In Nürnberg und Würzburg gingen ebenfalls zahlreiche Menschen auf die Straße.

Rund um das Sendlinger Tor in der Münchner Innenstadt waren rund 800 Polizisten im Einsatz. Dort demonstrierte auch der bayerische Ableger der Pegida namens Bagida. Die Polizei zählte rund 1500 Teilnehmer.

Die blutigen Terrorattacken von Paris seien nicht nur Anschläge auf die Meinungsfreiheit gewesen, sagte Reiter. "Es waren auch Anschläge auf eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der Christen, Juden, Muslime und Nicht-Religiöse jeden Tag gemeinsam und friedlich ihr Leben leben." Alle müssten für diese Werte einstehen. Reiter warnte, Angst mache unfrei. "Die Terroristen haben es auf unsere Freiheit abgesehen. Wenn wir Angst haben, haben sie gewonnen."

Keine Störungen

Auf Transparenten der Teilnehmer war unter anderem zu lesen: "Freiheit und Toleranz statt Hass und Terror", "Lasst unsere Moslems in Ruhe!" und "Bunt is gsund - Koabagida". Einige Demonstranten hielten selbst gebastelte Bleistifte als Zeichen der Pressefreiheit in die Höhe. Die Demonstration sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am frühen Abend. "Keine Störungen bislang."

In Nürnberg gingen ein paar Hundert Menschen gegen Pegida auf die Straße. "Der rechten Hetze und Pegida vorzeitig eine Absage zu erteilen ist das Ziel", sagte eine Sprecherin des Bündnissen gegen die Anti-Islam-Bewegung. "Menschenrechte statt rechte Menschen" und "Je suis Charlie" war auf Transparenten zu lesen. In Nürnberg war aber keine Kundgebung der Pegida geplant.

1200 in Würzburg

In Würzburg zogen rund 1200 Demonstranten gegen Pegida auf die Straße und gedachten der Opfer des Anschlags in Paris. Die Kirchen planten eine Mahnwache auf dem Domvorplatz. Dort wollte auch Pegida demonstrieren - während dieser Demo sollten die Festung Marienberg und das Rathaus unbeleuchtet bleiben. "Niemand soll unsere Würzburger Wahrzeichen als Kulisse dafür nutzen, seine fremdenfeindlichen Parolen in der Welt zu verbreiten", erläuterte Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU).

In den vergangenen Wochen waren auch in anderen deutschen Städten die Lichter ausgemacht worden, um Pegida keine Kulissen zu bieten, unter anderem am Brandenburger Tor und am Kölner Dom. Bereits vor Weihnachten hatten mindestens 12 000 Menschen in München gegen Pegida demonstriert, immer wieder gab es seitdem Proteste gegen die Anti-Islam-Bewegung.
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