Charlotte entzückt Publikum im Nürnberger Tierpark
Großer Auftritt für kleines Eisbär-Baby

Noch etwas ängstlich versteckt sich Eisbär-Baby Charlotte beim ersten Erkunden des Geheges bei Mutter Vera. Bild: dpa
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Bayern
13.03.2015
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So richtig sicher unterwegs ist es noch nicht: Gleich ein paar Mal plumpste das Nürnberger Eisbär-Baby bei seinem ersten öffentlichen Auftritt von den Felsen hinunter. Zum Glück landete Charlotte immer weich im Stroh, das die Pfleger extra dort ausgelegt hatten.

Das knapp vier Monate alte Bärchen und seine Mutter Vera ließen ihre Fans am Donnerstag nicht lange warten: Kurz nachdem die Höhle geöffnet wurde, kam Vera zweimal raus, um zu sehen, ob die Luft rein ist. Beim dritten Mal tapste Charlotte im Sonnenschein hinter ihrer Mutter her und sah sich das große Gehege zum ersten Mal an. Mehrere Dutzend Tierfreunde verfolgten das Spektakel.

Charlotte, die Schwester von Nürnbergs berühmtestem Eisbär Flocke, lebte bislang seit November abgeschirmt von der Öffentlichkeit mit ihrer Mutter in der Geburtshöhle. Nur zweimal hatte sie Kontakt mit Tierpflegern, die sie impften und wogen. Inzwischen bringt sie knapp 23 Kilo auf die Waage, berichtete eine Zoo-Sprecherin.

Eisbär-Baby Charlotte hat seinen ersten großen Auftritt mit Erfolg bewältigt - und fiel gleich ein paar Mal von den Felsen hinunter in weiches Stroh. Bilder: dpa



Das Jungtier blieb meist zwischen den Beinen von Vera. Ab und an wagte es sich vorwitzig hervor. "Ihre Mutter gibt ihr maximalen Schutz und passt genau auf", sagte Revierleiter Thorsten Krist. "Alles, was sie macht, macht sie von Charlotte abhängig." So verzichtete Vera anfangs auch noch auf ein dringend nötiges erstes Bad. Später gingen Mutter und Kind dann aber doch noch gemeinsam ins Wasser. Damit Charlotte im großen Gehege nichts passiert, liegen Holzpaletten bereit, die die Pfleger ins Wasser werfen, falls das Tierkind in Gefahr gerät. Und am Anfang bekommt der kleine Bär auch noch eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung.

Ulrike Reich-Zmarsly war zuletzt jeden Tag im Zoo. "Weil ich jeden Tag gehofft habe, dass es so weit ist", sagte die 60-Jährige. Mit ihren Knopf-augen und flauschigem Fell erinnerten Eisbär-Babys sie "an Teddybären und ans Kindsein". Man dürfe das Eisbär-Kind jedoch nicht vermenschlichen, wie das bei Knut passiert sei, sagte Krist. Man sei zwar stolz auf das Tier-Baby, aber "diese Knut-Hysterie war schon recht anstrengend".

Der Zoo sei froh, dass dieser "Hype" um die Tierkinder etwas nachgelassen habe. Charlottes Schwester Flocke sorgte 2007 für riesiges öffentliches Interesse. Einen ähnlichen Besucheransturm wie damals erhofft sich Krist nicht. Charlotte hatte eigentlich noch ein Geschwisterchen, doch das zweite Junge starb. Als "Einzelkind" sei sie ein eher "gemütlicher Eisbär und etwas faul".
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