Chef-Drogenfahnder soll vor Jahren Depot angelegt haben
Kokain-Herkunft nach wie vor unklar

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Bayern
07.02.2015
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Im Kemptener Prozess gegen einen ehemaligen Chef-Drogenfahnder ist die Herkunft der bei dem Beamten gefundenen 1,8 Kilogramm Kokain weiter ungeklärt. Der Kriminalbeamte will das Rauschgift schon vor Jahren bekommen haben. "Er gab an, das Kokain vor etwa zehn Jahren von der Staatsanwaltschaft erhalten zu haben", sagte eine Ermittlungsbeamtin des Landeskriminalamtes (LKA) am Freitag vor dem Landgericht Kempten. Eine entsprechende Herausgabe an den Beamten aus der Asservatenkammer sei aber nicht dokumentiert.

Wer ihm die Drogen gegeben hat, weiß der Angeklagte eigenen Angaben zufolge nicht mehr. Zum Prozessauftakt hatte er zu Protokoll gegeben, sein Erinnerungsvermögen sei durch den Konsum von Drogen, Medikamenten und Alkohol beeinträchtigt. Er wisse nur, dass ihm das Kokain zu dienstlichen Zwecken überlassen worden sei - "insbesondere für Schulungszwecke". Er habe es jedoch für sich verwendet. Auch die Staatsanwälte und Mitarbeiter der Asservatenkammer hätten angegeben, sich an den Vorgang nicht erinnern zu können, sagte die Beamtin.

Bei den Ermittlungen sei auch geprüft worden, ob der Angeklagte möglicherweise Kontakte zu kriminellen Milieus hatte. "Es gab keine Verbindung zu irgendwas", sagte die Zeugin. Auch keine Hinweise darauf, dass er mit den aufbewahrten Drogen Handel betrieben habe.

Verschiedene Delikte

Wegen Drogenbesitzes, gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung seiner Ehefrau steht der 53 Jahre alte Kriminalbeamte vor Gericht. Nach seiner Festnahme war in seinem Büro das Kokain entdeckt worden. Wegen einer Absprache könnte bereits am Montag ein Urteil fallen.
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