Chefarzt-Prozess: Mediziner und Verteidiger wehren sich weiter gegen die Vorwürfe
Zweifel an Belastungszeugin

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Bayern
11.08.2015
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Im Bamberger Chefarzt-Prozess konzentriert sich die Verteidigung zunehmend darauf, die Glaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugin zu erschüttern.

Seit April steht ein ehemals renommierter Mediziner aus Bamberg vor Gericht, weil er im Krankenhaus Frauen betäubt und sich an ihnen vergangen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und schwere Körperverletzung vor. Der Spezialist für Gefäßchirurgie argumentiert dagegen, seine Handlungen seien rein medizinisch motiviert gewesen. Den Fall ins Rollen gebracht hatte vor etwa einem Jahr eine Medizinstudentin, die ein Praktikum gemacht und sich für eine angebliche Studie zur Verfügung gestellt hatte. Weil sie sich danach an nichts mehr erinnern konnte, ließ sie sich von ihrem Vater, der auch Arzt ist, Blut nehmen. Darin wurde ein Betäubungsmittel nachgewiesen. Die Verteidigung warf dem Vater am Montag vor, eine Falschaussage vor Gericht gemacht zu haben: Es hätten Details in seinen Schilderungen gefehlt, dabei hätten sich diese außergewöhnlichen Ereignisse "detailliert ins Gedächtnis einprägen müssen", argumentierte Anwalt Dieter Widmann. Der Arzt habe sich beispielsweise nicht erinnern können, wo genau die Blutabnahme stattgefunden hatte.

Die Staatsanwaltschaft hat 13 mutmaßliche Opfer aufgelistet. Ein Urteil wird nicht vor Januar 2016 erwartet.
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