Der frühe Folienspargel

Frisch gestochener Spargel in einem Spargelfeld bei Erlach: Dank relativ milder Temperaturen im März 2014 und einer dreifachen Folienabdeckung konnte der Spargel auch im vergangenen Jahr bereits ungewöhnlich früh geerntet werden. Bild: dpa
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Bayern
23.03.2015
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Bayerische Bauern rechnen Anfang April mit dem ersten Spargel. Über den Preis ist man noch uneins.

Sollte das Wetter mitspielen, könnten die Stangen des edlen Gemüses bereits zum Osterfest auf den Tisch kommen, hofft der Vorsitzende des Spargelerzeugerverbandes Franken, Hans Höfler. Richtig los gehe es mit dem Spargel aber erst Mitte April.

Landwirte, die bereits früh den ersten Spargel ernten wollen, müssten kräftig nachhelfen: "Das geht nur mit Drei- oder Vierfach-Folien auf den Erdwällen, die tagsüber die Sonne speichern und nachts die Pflanzen vor Kälte schützen", erläuterte Hans Höfler.

Das Osterfest mit dem königlichem Gemüse zu krönen, wird aber nach Höflers Einschätzung seinen Preis haben. Da müssten dann schon 12,00 Euro für das Kilogramm hingelegt werden. Preise zwischen 4,50 und 8,00 Euro seien sonst üblich. In Franken beginnt die Spargelsaison offiziell am 9. April, in Südbayern am 16. April.

"Wer es aber gar nicht abwarten kann, der bekommt auch jetzt schon bayerischen Spargel", berichtet der Vorsitzende des Spargelerzeugerverbands Südbayern, Josef Plöckl. Der stamme von wenigen beheizten Feldern. "29,90 Euro das Kilogramm muss man dafür zurzeit in München zahlen." Plöckl rät angesichts solcher Preise Verbrauchern zu Geduld. Spargel solle man essen, wenn ihn die Natur ohne größeres Zutun liefere, sagte er.

Teurer wegen Mindestlohn?

Uneinig sind sich derweil Spargelerzeuger in Franken und Südbayern über die Preisentwicklung. Höfler ist fest davon überzeugt, dass die Verbraucher in diesem Jahr allein schon wegen des Mindestlohns rund 50 Cent mehr fürs Kilo Spargel bezahlen müssten. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Spargelbauer das aus seiner eigenen Tasche draufzahlt", glaubt er.

Dagegen rechnet Plöckl als Vertreter der Spargelbauer in Südbayern in diesem Jahr voraussichtlich nicht mit Preisaufschlägen. "Wir haben ja schon bisher den Mindestlohn gezahlt", gibt er zu bedenken und verweist dabei auf die meist kostenlose Unterbringung und Versorgung der ausländischen Erntehelfer auf den Spargelhöfen. Außerdem greife der Mindestlohn bei den Spargelerzeugern in diesem Jahr noch nicht in vollem Umfang.
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