Deutliche Zugewinne bei den Tourismuszahlen im Jahr 2014
Oberpfalz obenauf

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Bayern
14.02.2015
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Bayern blickt auf das bislang erfolgreichste Tourismusjahr seiner Geschichte zurück. 2014 verzeichneten die gewerblichen Übernachtungsbetriebe im Freistaat 32,46 Millionen Gästeankünfte (plus 2,7 Prozent) und 85,2 Millionen Übernachtungen (plus 1,3 Prozent). "2014 ist ein Jahr der Superlativen für den Bayerntourismus", kommentierte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner die Bilanz.

Die Zahl der deutschen Urlauber in Bayern stieg um 2,1 Prozent auf 25,5 Millionen, die der ausländischen Gäste um 4,5 Prozent auf fast 8 Millionen. Die größten Zuwächse gab es dabei aus China (plus 24,1 Prozent) und den arabischen Golfstaaten (plus 14,9 Prozent). Spürbar weniger Touristen kamen aus Japan (minus 9,4 Prozent) und Russland (minus 7,1 Prozent).

Schwache Bettenauslastung

Während Oberfranken als einziger Bezirk leichte Rückgänge zu verkraften hatte, gehörte die Oberpfalz mit überdurchschnittlichen Zuwächsen zu den Gewinnern. Hier stieg die Zahl der Gästeankünfte um 3,4 Prozent auf 1,87 Millionen und die der Übernachtungen um 1,8 Prozent auf 4,8 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer je Gast lag mit 2,6 Tagen genau auf dem bayerischen Mittelwert.

Verbesserungswürdig ist lediglich die Bettenauslastung in der Oberpfalz. Die 32,9 Prozent waren der schlechteste Wert in Bayern. Der Landesdurchschnitt lag bei 41,4 Prozent. In der Langzeitentwicklung der vergangenen zehn Jahre rangiert die Oberpfalz mit plus 18,8 Prozent bei den Ankünften und plus 3 Prozent bei den Übernachtungen im unteren Mittelfeld. Unangefochtener Spitzenreiter ist hier Oberbayern mit plus 40,5 und 24,5 Prozent.

Wie Aigner mitteilte, war der Städtetourismus das Zugpferd der Entwicklung. Vor allem in den Großstädten habe es überdurchschnittliche Zuwächse gegeben. Besser als der Durchschnitt fiel die Bilanz auch in den bayerischen Heilbädern aus. Zwar betonte Aigner, dass gerade der ländliche Raum mit einer hohen Wertschöpfung vom Tourismus profitiere, doch gab es zur Gesamtentwicklung auch kritische Stimmen. So sagte der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Ulrich Brandl, es bereite ihm Sorgen, dass die Zuwächse nicht gleichmäßig übers Land verteilt seien und einzelne Regionen sogar eine negative Entwicklung aufwiesen. "Einzelne Regionen sind etwas abgekoppelt, da muss man nachsehen, woher das kommt", erklärte Brandl.

500 Betriebe pleite

Der Verbandschef verstand es als Warnsignal, dass in den vergangenen Jahren rund 500 Gastronomiebetriebe in Bayern für immer ihre Pforten geschlossen hatten. Betroffen davon war vor allem der ländliche Raum. "Gastronomie darf es künftig nicht nur an den touristischen Hotspots geben, wir müssen schauen, wie wir die ländlichen Regionen stärken können", sagte Brandl. Vor allem im Norden Bayerns müsse die touristische Infrastruktur verbessert werden.
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