Die wichtigsten Fragen zum Netzausbau
Wende unter Druck

Thomas Barth (links) und Jörg Weber. Bild: Herda
Archiv
Bayern
03.06.2015
18
0
"Wir sind nicht die, die den Markt machen", beschreibt Unternehmenssprecher Jörg Weber die Rolle Amprions. "Wir sind ein energieneutraler Dienstleister." Weber, Pressesprecher Thomas Wiede und Peter Barth, Leiter Netzentwicklung stellen sich den Fragen zum Netzausbau.

Die Nord-Süd-Trasse soll Offshore-Windenergie nach Süden transportieren. Wie stark ist der Anteil an Kohlestrom aus Brandenburg?

Bereits heute seien im Norden und Nordosten Windparks mit einer Leistung von 30 Gigawatt in Betrieb - ein Zubau von weiteren 30 GW sei geplant. "Das sind gigantische Windparks der Zukunft im industriellen Maßstab", sagt Wiede. An windigen Tagen würden die Braunkohlekraftwerke zudem gedrosselt.

Besteht die Möglichkeit, mit den Nord-Süd-Trassen Atomstrom aus Skandinavien und Frankreich übers europäische Netz nach Deutschland zu importieren?

Schon heute existiere ein europaweites Netz. Dennoch sieht Barth kein Anzeichen dafür, dass die Politik auf Zulieferungen von Atomstrom schiele: "Selbst Frankreich will sich mittelfristig von 50 Prozent der Kernkraftwerke trennen." Regenerative Energien hätten ungeheuer an Wirtschaftlichkeit gewonnen. "Ich kann mir schwer vorstellen, dass jemand Milliarden in die Hand nimmt, um dieses Risiko einzugehen."

Bayern beharrt auf den alternativen Endpunkt Ingolstadt - was würde das für die bisherigen Planungen bedeuten?

"Es würde alles von vorne beginnen", sagt Weber. "Das würde die Energiewende unter Druck setzen."

Wie ist Lehrmeinung zur Wirkung elektromagnetischer Felder?

"Wir konnten an der Erdoberfläche 30 Mikrotesla messen", sagt Peter Barth. "Das Erdmagnetfeld kommt auf 40 bis 60, die Grenzwerte liegen bei 500 Mikrotesla."

Geschäftsfeld Höchstspannungsleitungen: Wie lässt sich das Investment refinanzieren?

Eine versprochene Rendite von 9 Prozent auf 40 Prozent des eingesetzten Eigenkapitals vor Steuer rechnet Wiede auf versteuerte 3 Prozent herunter: "Damit tragen unsere Investoren aber auch sämtliche unternehmerische Risiken."

Wie ist der aktuelle Stand bei der Erdkabeltechnik?

Die Kosten würden sich bei einer Verkabelung von 30 Prozent um etwa 20 Prozent erhöhen. Eine Vollverkabelung sei zudem nicht überall geeignet - Wälder und Seen etwa kämen nicht in Frage. Eine Bewirtschaftung der verkabelten Flächen durch Landwirte sei aber möglich.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.