Eheglück hält länger

Bayernweit ging die Zahl der Scheidungen im vergangenen Jahr zurück. Nur Ober- und Mittelfranken scheren aus. Mehrheitlich sind es die Frauen (49 Prozent), die eine Auflösung der Ehe beantragen. In 42 Prozent der Fälle ging die Initiative vom Mann aus, bei neun Prozent aller gerichtlichen Ehelösungen wurde das Verfahren gemeinsam beantragt. Verhältnismäßig viele Ehen wurden in Bayern im Jahr 2014 zwischen dem fünften und achten Ehejahr geschieden. Am häufigsten von einer Scheidung betroffen waren Ehen mit e
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Bayern
24.07.2015
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Ehepartnerschaften haben wieder mehr Bestand. Die Zahl der Scheidungen sank auch im vergangenen Jahr. Früher ließen sich Paare häufiger scheiden - und früher. Ein Liebesbeweis? Nicht ganz.

(dpa/räd) Die Zahl der Ehescheidungen ist sowohl in Bayern als auch im Bund weiter rückläufig. So wurden im vergangenen Jahr 24 463 Ehen im Freistaat geschieden, wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag in Fürth mitteilte. Das waren 1,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor, als noch 24 797 Scheidungen zu verzeichnen waren.

Damit bestätigt sich ein seit einigen Jahren anhaltender Trend. Seit 2011 sinkt die Zahl der Scheidungen in Bayern kontinuierlich, insgesamt um rund neun Prozent. Im Vergleich zum Rekordjahr 2003, als mit 29 992 Scheidungen der bisherige Höchststand registriert wurde, ist die Zahl der Scheidungen 2014 sogar um mehr als 18 Prozent zurückgegangen. Die Entwicklung ist dabei regional unterschiedlich: Gegen den Trend etwa entwickelte sich im vergangenen Jahr die Zahl der Scheidungen in Mittel- und Oberfranken. Alle anderen Bezirke hingegen verzeichneten einen Rückgang.

Die Hälfte der geschiedenen Ehepaare hatte mindestens ein Kind unter 18 Jahren. Auch bundesweit sank die Zahl der Scheidungen - um rund 2,1 Prozent auf 166 199. Den Höchststand verzeichneten die Statistiker des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden in den Jahren 2003 und 2004, wo fast 214 000 Ehen jährlich geschieden wurden. Allerdings entscheiden sich auch weniger Menschen für eine Ehe als früher: In den 1990ern gingen jährlich mehr als 400 000 Paare zum Standesamt, Ende der 1980er Jahre waren es noch über 500 000 Paare. Zurückhaltend sind die Deutschen mit Liebesschwüren. Die meisten Paare gehen sparsam mit den berühmten drei Worten "Ich liebe dich" um, wie eine repräsentative Yougov-Umfrage unter 1409 Menschen ergab. Demnach sagen nur 25 Prozent derer, die verheiratet oder in einer festen Beziehung sind, ihrem Partner dies täglich. 16 Prozent gaben an, dass sie das fast jeden Tag tun, 21 Prozent immerhin relativ oft. Mit zunehmendem Alter werden Paare diesbezüglich immer schweigsamer. Bei den 25- bis 34-Jährigen gaben noch 53 Prozent an, dass sie täglich "Ich liebe dich" sagen. Bei den über 55-Jährigen sind es nur 11 Prozent.
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